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Bücher

Miguel de Cervantes' Gebeine entdeckt?

Pünktlich zum 400. Todestag verkünden spanische Forscher, dass sie die Knochen des Autors Miguel de Cervantes gefunden haben. Ob sie wirklich vom "Don Quijote"-Schöpfer stammen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Zu den entdeckten Knochenresten gehörten auch solche des Schriftstellers sowie von Cervantes' Ehefrau Catalina de Salazar, teilte Francisco Etxeberría, der Chef des Forscherteams, am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit. Er schränkte aber zugleich ein, dass er dies nicht mit "absoluter Gewissehit" sagen könne. Man verfüge aber über "historische, archäologische und anthropologische Beweise". Bei den gefundenen Überresten handele es sich nicht um ganze Skelette, sondern lediglich um Knochenreste. Diese seien in einem sehr schlechten Zustand.

Eine DNA-Analyse der Knochen könne zur Klärung nicht beitragen, da nur noch Nachfahren von Cervantes' Bruder Rodrigo lebten und diese nach zwölf Generationen nur noch "ein Minimum" an genetischer Übereinstimmung mit dem Schriftsteller hätten. Auch der Echtheitsnachweis über das markante Äußere von Cervantes sei nicht erfolgreich gewesen. Es ist zwar bekannt, dass Cervantes einen krummen Rücken, eine stark verkrüppelte linke Hand, eine Adlernase und zuletzt ein Gebiss mit lediglich sechs Zähnen gehabt haben soll, dies lasse sich in den Gebeinen jedoch nicht erkennen. Die Knochen seien dafür nicht gut genug erhalten.

Windmühlen in Spanien (Foto: Colourbox)

Der Echtheitsnachweis der Gebeine - eine unlösbare Aufgabe wie "Don Quijotes" Kampf gegen die Windmühlen?

Letzte Ruhe im "Literatenviertel"

Die Suche nach Cervantes' Knochen war von der Stadtverwaltung in Madrid organisiert und finanziert worden. Eine Gruppe aus 30 Archäologen, Gerichtsmedizinern, Historikern und Technikern hatte im April 2014 mit der Suche nach den sterblichen Überresten des spanischen Schriftstellers begonnen. Nach zeitgenössischen Quellen soll Cervantes nach seinem Tod am 22. April 1616 in der Krypta der Kirche des Trinitarierinnen-Klosters im Madrider "Literatenviertel" begraben worden sein. Nach mehrmonatiger Ausgrabungs-Pause hatten die Forscher im Januar Überreste eines hölzernen Sarges mit den Initialen "M.C." gefunden. Die Experten gehen davon aus, dass die Abkürzung für Miguel de Cervantes steht.

Der spanische Nationaldichter

Cervantes lebte vermutlich von 1547 bis 1616. Er wurde mit seinem parodistischen Ritterroman "Der sinnreiche Junker Don Quijote von La Mancha" zu einem der Väter des modernen Romans und gilt als einer der größten Autoren der Weltliteratur. Der Roman erschien 1605 und 1615 in zwei Bänden. Obwohl das Werk auch schon zu seinen Lebzeiten sehr erfolgreich war, starb der Autor mit 68 Jahren in Armut.

hjh/ld (dpa,afpd)

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