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Deutschlehrer-Info

Migranten holen auf

Kinder aus Einwandererfamilien gehen öfter in die Kita, brechen seltener die Schule ab und machen häufiger Abitur als noch vor wenigen Jahren. Dennoch bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Migranten schwierig.

Wie aus dem am 27. Juni 2012 vorgestellten „Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer“ der Bundesregierung hervorgeht, holen Migranten im Bildungsbereich allmählich auf. So besuchten 2010 fast 86 % der über dreijährigen Kinder mit Migrationshintergrund einen Kindergarten. 2008 waren es noch 81,8 %. Bei den Unter-Dreijährigen stieg die Quote um 53 % von etwa 9 % im Jahr 2008 auf 14 % im vergangenen Jahr.

Im Bereich der schulischen Bildung sank der Anteil der ausländischen Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verließen, von 2004 bis 2010 um 39 %, während zugleich die Zahl der ausländischen Schüler, die Abitur oder Fachabitur ablegten, um 36 % stieg. Allerdings sind deutsche Schüler – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – in dieser Hinsicht nach wie vor erfolgreicher: Von ihnen erreichte jeder Dritte die Hochschulreife, von den ausländischen Schülern schaffte das nur jeder Sechste.

Die Hauptschulen werden weiterhin überproportional von Jugendlichen ohne deutsche Staatsangehörigkeit besucht (33 % zu 12 % bei den deutschen Jugendlichen), wohingegen sich das Verhältnis an den Realschulen angeglichen hat (jeweils 23 %). Insgesamt lassen sich deutliche Unterschiede bei den Nationalitäten erkennen: Russische Schüler schneiden besser ab als türkische oder italienische, was dem Bericht zufolge vor allem auf die soziale Herkunft zurückzuführen ist.

Problematisch bleibt die Situation auf dem Arbeitsmarkt und im Bereich der beruflichen Bildung: Junge Migranten bekommen deutlich seltener einen Ausbildungsplatz als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. 2010 hatten lediglich 5,1 % der Auszubildenden keinen deutschen Pass, obwohl ihr Anteil bei den 15 – 24-Jährigen insgesamt 10,6 % betrug. Die Ausbildungsquote ausländischer Jugendlicher stieg von 2007 bis 2010 nur gering auf 33,5 % an (2007: 30,2 %).

Der Bericht bezeichnet es als dramatisch, dass unter den Migranten im Alter von 25 bis 35 Jahren jeder Dritte keinen beruflichen oder Hochschulabschluss hat. Die Arbeitslosenquote unter Menschen, die nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit sind, sank in den letzten Jahren zwar leicht auf 16,9 %, allerdings ist sie damit immer noch mehr als doppelt so hoch wie bei Deutschen.


Autor: Ingo Pickel
Redaktion: Raphaela Häuser

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