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Wirtschaft

Microsoft prüft Alternativen zur Yahoo-Übernahme

Statt das Internet-Portal komplett zu kaufen, will Microsoft mit Yahoo nun lieber kooperieren. Damit könnte der Suchmaschinen-Gigant Google in Schwierigkeiten kommen. Doch Yahoo würde lieber mit Google zusammenarbeiten.

Microsoft will erstmal nur ein bisschen von Yahoo übernehmen - wenn das Unternehmen denn zustimmen würde: Grafik mit den Schriftzügen der beiden Firmen (Foto: AP)

Man redet wieder miteinander

Der Software-Riese Microsoft prüft zwei Wochen nach der Rücknahme des Kaufangebots für Yahoo andere Möglichkeiten für ein Geschäft mit dem angeschlagenen Internet-Portal. Microsoft erkunde weiterhin seine Chancen für eine Verbesserung und Ausweitung seiner Online-Dienste und seines Anzeigengeschäfts, erklärte der Konzern am Sonntag (18.5.2008) auf seiner Website.

Microsoft erwäge eine Transaktion mit Yahoo, aber nicht den Kauf des kompletten Internet-Portals: "Microsoft beabsichtigt diesmal kein neues Übernahmeangebot für das komplette Yahoo, behält sich aber das Recht vor, diese Möglichkeit wieder in Erwägung zu ziehen, abhängig von künftigen Entwicklungen und Gesprächen", hieß es auf der Unternehmenswebsite.

Yahoo teilte wie auch bei früheren Gelegenheiten mit, der Aufsichtsrat erwäge mehrere Alternativen, um den Wert des Unternehmens zu maximieren. Man sei offen gegenüber jedem Geschäft, das im besten Interesse der Aktionäre sei.

Geplatzter Deal trotz 50-Milliarden-Dollar-Angebot

Microsoft hatte im Februar 2008 rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) für Yahoo geboten. Dieses Angebot hatte die Yahoo-Führung zurückgewiesen und argumentiert, das Angebot sei zu niedrig. Microsoft bot daraufhin eine Erhöhung auf fast 50 Milliarden Dollar an, zog das Kaufangebot aber Anfang Mai zurück. Yahoo-Chef Jerry Yang hatte weitere 5,5 Milliarden Dollar (3,55 Milliarden Euro) gefordert. Deswegen platzte der Kauf.

Mit einer Yahoo-Kooperation könnte der Software-Riese Microsoft versuchen, die Vorherrschaft des Suchmaschinen-Giganten Google zu brechen. Yahoo hat zwar bereits eine Zusammenarbeit mit Marktführer Google erwogen. Diese Kooperation könnte aber auf den Widerstand der Kartellbehörden stoßen, weil die beiden Internet-Firmen zusammen auf einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent kommen. Nach Einschätzung von Analysten ist eine Zusammenarbeit aber immer noch möglich.

Investor reagiert genervt

Am Donnerstag hatte der Investor Carl Icahn angekündigt, den Aufsichtsrat des Suchmaschinenanbieters Yahoo mit von ihm vorgeschlagenen Vertretern besetzen zu wollen. Dies sei die Reaktion auf die irrationale Ablehnung des Übernahmeangebots von Microsoft, erklärte Icahn. Der Milliardär kaufte sich nach der Ablehnung bei dem kalifornischen Internet-Konzern ein. Er soll für mehr als eine Milliarde Dollar rund 50 Millionen Aktien gekauft haben, was einem Firmenanteil von etwa 3,6 Prozent entspräche. Wegen der Zurückweisung der Microsoft-Offerte kommt Yahoos Unternehmensführung zunehmend unter Druck. (kap)

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