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Wirtschaft

Microsoft greift Google an

Bisher hat es Microsoft noch immer geschafft, missliebige Konkurrenten aus dem Feld zu stechen. Nun will der Konzern seine neue Internet-Suchmaschine zur Nummer Eins machen. Google erhält damit harte Konkurrenz.

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Bläst zum nächsten Angriff: Microsoft-Chef Ballmer

Das ist ganz und gar untypisch für Microsoft: In aller Stille und ohne großes Spektakel hat der weltweit führende Software-Konzern am Donnerstag (11.11.2004) eine eigene Internet-Suchmaschine frei geschaltet. Unter dem Titel MSN Search sei ab sofort die Suche in etwa fünf Milliarden Internet-Seiten möglich, teilte Microsoft auf Anfrage in einer knappen Presseerklärung mit. "Das Herz der neuen MSN Search ist eine innovative Suchmaschinentechnologie, die Microsoft in den letzten zwei Jahren entwickelt hat", hieß es darin.

Suche ohne Ergebnis

Screenshot Suchmaschine msn von Microsoft

Screenshot von der Suchmaschine von Microsoft

Unter der Adresse beta.search.msn.de bietet der führende Sofwarekonzern eine Suchmaske, die in ihrer Schlichtheit an die Startseite des unausgesprochenen Hauptkonkurrenten Google erinnert. Auch bei MSN können Surfer nun bei ihrer Suche alternative Quellen wie "Web", "Nachrichten" oder "Bilder" auswählen. Ein eigener Index wie bei Google und Yahoo fehlt jedoch noch. Und bei der Ergebnis-Suche scheint es noch etwas zu haken, wie erste Tests zeigten. Gibt man bei MSN Search die Suchworte "Hauptstadt Deutschland" ein, erhält man eine Fehlermeldung. Google liefert dagegen zahlreiche Links, aus denen schon auf der ersten Ergebnisseite das gewünschte Resultat ersichtlich wird: Berlin.

Microsoft dringt mit seinem neuen Angebot, dessen Entwicklung etwa 100 Millionen Dollar gekostet haben soll, in einen der lukrativsten Märkte ein, die das Internet bietet. Derzeit wird er zum größten Teil von den Konkurrenten Google und Yahoo abgeschöpft. Sie machen ihre Geschäfte hauptsächlich mit dem Verkauf oder der Vermittlung von Anzeigenflächen. Dabei werden jedes Jahr Milliarden-Beträge umgesetzt. Yahoo erzielte allein in den Monaten Juli, August und September Werbeeinnahmen von 514 Millionen Dollar. Die Google-Gründer stiegen mit ihrer Idee, die sie im August erfolgreich an die Börse brachten, innerhalb weniger Jahre in die Forbes-Liste der Superreichen auf. Mit 31 Jahren und einem geschätzten Vermögen von vier Milliarden Dollar ist Google-Gründer Sergey Brin sogar der jüngste Milliardär der USA. Noch reicher ist freilich Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem Vermögen von 46 Milliarden Dollar.

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Erfolg der neuen Suchmaschine ist für Microsoft von großer Bedeutung, da von ihr ein weiteres Umsatzwachstum abhängt. In seinem Kerngeschäft, der PC-Software, hält der Konzern bereits hohe Marktanteile. Da bereits fast jeder PC mit seiner Software läuft, erwartet Microsofts Deutschland-Chef Jürgen Gallmann hier für 2005 nur ein Wachstum analog zur Marktenwicklung, wie er im Oktober während eines Pressegesprächs sagte. Das Wachstum wird auch dadurch behindert, dass die nächste Generation des Betriebssystems Windows voraussichtlich frühestens 2006 auf den Markt kommen wird.

Auch bei Google gilt das Kerngeschäft als beinahe ausgereizt. Das Unternehmen lässt sich darum ständig neue Hilfsmittel einfallen, um die PC-Gemeinde an sich zu binden und seine Marktposition zu verteidigen; darunter sind Anwendungen wie die Google-Toolbar für den Browser, Froogle zur Unternehmenssuche und seit neustem auch eine Suchmaschine für den PC - mit ihr ist es möglich, Informationen aus Mails, Texten, Tabellen oder anderen Dateien zu finden.

Steve Ballmer von Microsoft in Berlin

Steve Ballmer (Archiv)

In jedem Fall dürfte 2005 auf dem Feld der Internet-Suche ein harter Konkurrenzkampf zwischen diesen drei Technologie-Unternehmen entbrennen. Das kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Hauptversammlung des Unternehmens vergangenen Dienstag (9.11.) bereits an. "Wir werden sie einholen, wir werden sie überholen", so Ballmer. Wen er mit "sie" meinte, war sicher nicht nur den Anwesenden, sondern auch der Konkurrenz klar.

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