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Kultur

Michelangelo-Statuen entdeckt?

Nach Ansicht von internationalen Experten könnten zwei Bronzestatuen in Cambridge von Michelangelo stammen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, sind es die einzigen erhaltenen Bronzefiguren des Renaissance-Künstlers.

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Bronzeplastiken von Michelangelo entdeckt?

Bereits im 19. Jahrhundert waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die beiden Skulpturen, die zwei auf Panthern reitende Männer darstellen, vom Renaissance-Künstler Michelangelo erschaffen wurden. Weil es aber keine Dokumente über die Existenz der Statuen gab und sie auch nicht signiert waren, schrieben die Historiker die Figuren damals dem niederländischen Künstler Willem Danielsz Van Tetrode zu.

Kunstexperten der Universität Cambridge und des Fitzwilliam Museums, des angeschlossenen Kunst- und Antiquitätenmuseum der Hochschule, teilten überraschend mit, dass es sich doch um Werke von Michelangelo handeln könnte. Die ein Meter hohen Bronzestatuen sollen frühe Arbeiten des Renaissance-Meisters sein und kurz nach der Vollendung seiner David-Statue und kurz vor dem Beginn seines weltberühmten Deckengemäldes in der Sixtinischen Kapelle in Rom entstanden sein.

Ein Detail aus Frankreich

Sixtinische Kapelle Die Erschaffung Adams (Foto: AP)

Michelangelos Meisterwerk: Die Erschaffung Adams in der Sixtinischen Kapelle

Ein kleines Detail auf einer Zeichnung eines Schülers von Michelangelo soll den Ausschlag für den Sinneswandel gegeben haben. Die Zeichnung befindet sich im Musée Fabre in Montpellier in Frankreich. Sie soll die Kopie einer Skizze Michelangelos sein und sieht den Skulpturen sehr ähnlich: Darauf ist ein muskulöser Mann zu sehen, der auf einem Panther reitet. Bislang waren die Experten davon ausgegangen, dass von den wenigen Bronzestatuen, die der Künstler im 16. Jahrhundert schuf, keine einzige erhalten ist.

Die Skulpturen seien "außergewöhnlich kraftvolle und faszinierende Werke", sagte die Konservatorin des Fitzwilliam Museums, Victoria Avery. Im Juli wird sich eine wissenschaftliche Konferenz genauer mit der Herkunft der Bronzefiguren beschäftigen. Bis dahin sind die Arbeiten im Fitzwilliam Museum in Cambridge zu sehen.

ksb/hjh/suc (Reuters, AFP)

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