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Kultur

Michael Schumacher tritt ab

Mit einer großen Party hat sich der Rekord-Weltmeister Michael Schumacher nach 16 Jahren aus dem Auto-Rennsport verabschiedet. Zu einem weiteren WM-Titel hat es in seinem letzten Formel-1-Jahr nicht gereicht.

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Der Abschied fällt Michael Schumacher schwer

Nach seinem vierten Platz beim Großen Preis von Brasilien feierte der Ferrari-Pilot in Sao Paulo bis tief in die Nacht mit Freunden, Weggefährten, ehemaligen Gegnern und der Familie. Der 37 Jahre alte Kerpener hatte am Sonntag (22.10.) in seinem 250. und letzten Grand Prix seiner einzigartigen Karriere zwar das Titelrennen gegen den alten und neuen Weltmeister Fernando Alonso verloren. Doch bei seiner furiosen Aufholjagd vom Ende des Feldes bis auf Platz vier bewies der 91-malige Grand-Prix-Sieger noch einmal seine Extraklasse. Nach einem Reifenplatzer in der neunten Runde war er auf den letzten Platz zurückgefallen und hatte seinen grandiosen Marsch nach vorn gestartet. Den Spanier Alonso konnte er aber nicht mehr gefährden.

Höhepunkt überschritten

Sieben Mal durfte sich Michael Schumacher die WM-Krone in der Formel 1 aufsetzen, zuletzt 2004. Im Jahr darauf wurde der Seriensieger vom Spanier Fernando Alonso entthront.

"Jeder Mensch hat nun mal seine Lebenskurve, seine Höhepunkte - und irgendwo ist der Höhepunkt erreicht", sagte Schumacher zum Rücktritt am 10. September. Fast 16 Jahre lang beherrschte er die Szene, wurde zum erfolgreichsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Dabei stellte er viele Rekorde auf. So gehen die meisten WM-Titel und Grand-Prix-Siege auf sein Konto.

Der goldene Fahrfehler

Ersten Erfolg hatte der einstige Kart-Fahrer im Benetton-Ford. Mit dem damaligen Rennstall des heutigen Renault-Teamchefs Flavio Briatore holte er 1994 seine erste WM. Damals führte paradoxerweise ein Fahrfehler Schumachers zum Titelgewinn. Als er nach einem Dreher auf die Strecke zurückkehrte, rammte ihn Hill. Aus für Schumacher im Reifenstapel, Aus aber auch für Hill mit Bruch der Vorderradaufhängung. Schumacher siegte mit einem Punkt Vorsprung vor dem Briten Damon Hill.

Nach seinem zweiten Titelgewinn 1995 wechselte Schumacher zu Ferrari nach Italien, wo er eine neue Ära einleitete. "Zu der Zeit war es wahrscheinlich das Team mit den höchsten Querelen", erinnert sich Schumacher. Fünf WM-Titel gewann "Schumi" in den Roten Rennern aus Maranello, soviel wie kein anderer Ferrari-Pilot zuvor. Dabei gab sich Schumacher gern bodenständig: Immer wieder betonte er den familiären Zusammenhalt in der Scuderia.

Ruhebox Familie

Den ganz großen Rückhalt fand Schumacher aber bei Ehefrau Corinna und seinen zwei Kindern. "Wenn ich nach Hause komme, dann ist der Rennsport nur ganz kurz ein Thema. Dann freuen sich die Kinder und wollen mit Papa aufs Trampolin oder sonst irgendwas machen."

Der deutsche Formel 1 Ferrari-Fahrer Michael Schumacher ist vorzeitig Weltmeister

Der große Sieger

Lange Zeit war spekuliert worden, Schumacher könne noch weiterfahren, vielleicht sogar für einen anderen Rennstall. Doch im September verkündete er in Monza seinen Rücktritt zum Saisonende. "Irgendwann kommt einfach der Zeitpunkt, wo man sich Gedanken machen muss über die Zukunft. Und für die Zukunft habe ich einfach nicht mehr die Möglichkeit gesehen, die Energie und die Kraft zu finden und aufzuwenden, die ich benötige, um weitere Jahre in der Formel 1 konkurrenzfähig sein zu können."

"Der Beste überhaupt"

Auf der Rennpiste verhielt sich Schumacher nicht immer fair, und nicht selten musste er Kritik der Fahrerkollegen einstecken. Seine außergewöhnlichen fahrerischen Qualitäten waren jedoch allseits anerkannt. Respekt zollt auch Ex-Weltmeister Niki Lauda. "Es ist etwas Entscheidendes passiert, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Dass der beste Rennfahrer aller Zeiten seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, ist für die Formel-1 ein Schock, eine einmalige Entscheidung, die man zu respektieren hat. Der Beste überhaupt tritt ab."

In den Schaukelstuhl

Michael Schumacher Bildgalerie Hochzeit 1995

Jetzt mehr Zeit für die Familie (Hochzeitsfoto von 1995)

In Deutschland ist Schumacher schon zu Lebzeiten eine Legende. So meint Fußballstar Michael Ballack: "Es ist schade, wenn so ein Sportler aufhört. Er hat Unglaubliches geleistet, nicht nur für die Formel 1, sondern für den ganzen Sport und für Deutschland natürlich auch als Repräsentant."

Michael Schumacher hat viele Fans, überall auf der Welt, vor allem aber in der Heimatstadt Kerpen bei Köln. Doch auch dort heißt es nun Abschied nehmen.

Und Schumachers persönliches Resümee? "Dafür bin ich zu sehr im Geschehen beschäftigt, als dass ich dafür Momente und Zeit hätte", sagt er. "Das passiert dann sicher irgendwann, wenn ich in Ruhe in meinem berühmten Schaukelstuhl sitze, dann habe ich Zeit und auch Muße darüber nachzudenken."

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