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Made in Germany

Michael Hüther

Raus aus Nadelstreifen und grauem Flanell – rein in den Blaumann. Made in Germany schickt Deutschlands Topökonomen ins Arbeitsleben.

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Bei uns dürfen die Experten ihre Analysen und Prognosen einmal an der Wirklichkeit überprüfen. Das Who is Who der Volkswirtschaft macht mit.

Und Sie dürfen abstimmen. Wer ist Deutschlands Volkswirt des Jahres?

Folge 3: Michael Hüther im Baumarkt

Michael Hüther, Chef des Instituts für Wirtschaft, ist kein Freund der Salamitaktik, wenn es um Reformen geht. An der Kreissäge im Baumarkt zeigt er, was er unter harten Einschnitten auf dem Arbeitsmarkt versteht. Seit Jahren fordert der arbeitgebernahe Volkswirt, den Kündigungsschutz zu lockern. Befristete Arbeitsverträge, die bisher nur für Arbeitnehmer über 51 Jahren gelten, sollen für alle möglich sein. Für die zeitliche Begrenzung dieser Verträge, sagt Hüther, muss kein Grund vorliegen. Auch jüngere Arbeitnehmer könnten so ohne Angabe von Gründen befristet angestellt werden. Mittelfristig soll der Kündigungsschutz auch durch Abfindungsregeln ganz ersetzt werden. Die Probezeitverlängerung für neue Arbeitnehmer ist für Hüther ein Fortschritt von zwei Zentimetern. An der Kreissäge im Baumarkt geht es jeden Tag um wenige Zentimeter. Hier kann er seine Arbeitsmarkttheorien an der Wirklichkeit überprüfen. Georg Matthes hat sich das angesehen.

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Die Chefetage im Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Direktor Michael Hüther beschäftigt zur Zeit nur ein Thema: Der unflexible Arbeitsmarkt. Deutschland braucht dringend einen Niedriglohnsektor, weg mit dem Kündigungsschutz. Raus aus dem Institut, rein in den Arbeitsmarkt. Der Chauffeur wartet schon.

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Bisher war Michael Hüther hier nur Kunde. Der Praktiker-Baumarkt in Köln. In der Mitarbeiter Umkleide hängt der Hüther den Doktortitel an den Nagel. Als 43jähriger Azubi fängt er im Baumarkt ganz unten an.

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Den Volkswirt Hüther kennt hier keiner. An der Kreissäge fühlt er sich gleich in seinem Element: Harte Einschnitte, ganz wie in der Theorie. Zu Hause hat Hüther einen Hobbykeller: Die Erfahrung als Heimwerker macht sich jetzt bezahlt.

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Zwei Stunden später. Dass er ins Schwitzen kommt, hätte Hüther nicht gedacht - und dann muss er auch noch seine Theorien über flexible Arbeitszeiten und den Kündigungsschutz verteidigen: "Was wir halt erleben, ist ja, dass wir versuchen müssen, beweglicher insgesamt zu werden. Nech, die Welt um uns ist beweglicher geworden, und da können wir nicht starr bleiben."

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Zum Dank für den Rat darf Azubi Hüther allein anpacken. 180 qm Küchenfurnier warten im Hinterhof. Dann muss es schnell gehen. Die Küchenfliesen stehen im Weg. Der Gabelstapler muss her - keine Zeit für lange Erklärungen. Jetzt stehen Hüthers Führungsqualitäten auf der Probe.

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Der halbe Arbeitstag ist um, Azubi Hüther hungrig und darf Pause machen. Zeit für ein erstes Resümee, ein Käsebrötchen und das Lob vom Ausbilder, sich bisher gut geschlagen zu haben.

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Ein Sauna-Löffel. Als Erinnerung an den Schweiß, den er im Baumarkt gelassen hat. Ganz verstanden haben ihn die neuen Kollegen nicht, aber Hüther ist zufrieden. Jetzt geht's endlich zurück.

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