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Asien

MH370: “Wir hoffen, dass die Suche weitergeht“

Die Suche nach der im März 2014 verschwundenen Maschine auf dem Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking ist eingestellt worden. K.S. Narendran, ein Angehöriger, begründet im DW-Interview seine Enttäuschung.

La Reunion Fund Wrackteil Flug MH370 (Reuters/Zinfos974/P. Bigot)

Ein Wrackteil von Flug MH370 wurde im Juli 2015 auf der französischen Insel La Réunion angeschwemmt

Was sagen Sie zu der offiziellen Einstellung der Suchoperation durch die federführenden Länder Malaysia, Australien und China?

Wir (alle betroffenen Angehörigen – Red.) sind sehr enttäuscht davon, dass die Suche nach dem Flugzeug eingestellt wurde. Wir haben nicht damit gerechnet, dass die zuständige gemeinsame Koordinierungsstelle in Australien die Suche einstellen würde. Schließlich gab es deutliche Empfehlungen, das Suchgebiet um 25.000 Quadratkilometer zu erweitern. Diese Empfehlungen wurden von eben jenen Experten abgegeben, die von (der Koordinierungsstelle) zu Rate gezogen worden waren. Insofern ist die Entscheidung ebenso unerwartet wie bedauerlich.

Was fordern Sie von den an der Suchoperation beteiligten Regierungen? 

Unsere Forderungen waren und sind sehr klar und vernünftig. Wir erwarten von den Regierungen Malaysias, Australiens und Chinas, unbeirrt weiterzumachen und das verschwundene Flugzeug und die Passagiere zu finden, so dass wir Antworten auf unsere Fragen erhalten: Wo und warum verschwand das Flugzeug? Was ist dem Flugzeug zugestoßen? Diese Fragen und Antworten sind nicht nur wichtig für uns, sondern auch für alle, denen die Sicherheit der Luftfahrt am Herzen liegt.

Malaysia Airlines MH370 Demonstration in Kuala Lumpur (AFP/Getty Images)

Angehörige erinnerten vergangenen Sommer in Kuala Lumpur an die Absturzopfer

Die mit der Suche Beauftragten haben Suchoperationen unter Wasser durchgeführt. Aber die Suche hätte sich nach meiner Ansicht nicht darauf beschränken dürfen. Vor ein paar Monaten wurden mutmaßliche Wrackteile des Flugzeugs im westlichen Indischen Ozean gefunden. Das hätte der Anstoß dafür sein sollen, die Suche auf die Inseln und Küsten in diesem Teil des Indischen Ozeans auszudehnen.

Hegen Sie die Hoffnung, dass Australien, China und Malaysia sich doch noch dazu entschließen, gemeinsam weiterzusuchen?

Ich habe Hoffnung. Wir haben keine andere Wahl, als optimistisch zu sein. Außerdem setze ich darauf, dass die Luftfahrtbranche schon aus ihrem Interesse an der Sicherheit der Luftfahrt die betreffenden Regierungen drängen wird, die Suche fortzusetzen.

Wie bewerten Sie das Verhalten der Fluggesellschaft Malaysia Airlines seit dem Verschwinden der Maschine auf dem Flug MH 370?

Mein Eindruck ist, dass Malaysia Airlines weder den Willen noch die Befähigung hatte, die Untersuchungen durchzuführen. Die Fluggesellschaft hat wichtige Spuren offenbar nicht mit Nachdruck verfolgt, beispielsweise die Trümmerteile, die vor Madagaskar gefunden wurden. Die Gesellschaft hat mehr als einmal versucht, die Suchaktion abzuschließen. Nur die Proteste der Angehörigen und der Öffentlichkeit haben das verhindert.

K.S. Narendran ist ein technischer Berater aus Chennai, seine Ehefrau Chandrika Sharma zählt zu den 227 vermissten Passagieren

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