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Aktuell Europa

MH17-Bergungsmission ausgesetzt

Wegen andauernder Kämpfe im Gebiet des Absturzes von Flug MH17 wird die Mission zur Bergung sterblicher Überreste vorübergehend eingestellt. Auch die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts verzögert sich.

"Es macht keinen Sinn, unter diesen Umständen mit der Rückführung (der Opfer) weiterzumachen", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. Die Situation in der Region verschlechtere sich täglich. Die Mission sei zu gefährlich geworden, betonte Rutte. Nach seinen Angaben wurden bisher 228 der 298 Opfer in die Niederlande gebracht.

Seit Freitag vergangener Woche war ein Team von Experten aus den Niederlanden und Australien an der Absturzstelle, um menschliche Überreste und auch persönliche Gegenstände der Opfer zu bergen. Am Montag stießen auch Malaysier dazu. Doch gibt es in der Nähe der Absturzstelle heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Die ukrainischen Streitkräfte bereiten sich derzeit auf die Einnahme der beiden Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk vor.

Der niederländische Außenminister Frans Timmermans schrieb auf seiner Facebook-Seite, die Mission werde unterbrochen, doch werde die Arbeit fortgesetzt, "sobald die Situation dies erlaubt". Er dankte den Anwohnern, die bei der Bergungsarbeit geholfen hätten. Der Leiter der Mission, Pieter Aalbersberg, erklärte, "unser Team ist enttäuscht, seine Arbeit nicht zu Ende bringen zu können". Ein Teil des Teams werde im Osten der Ukraine bleiben, aber in Gebieten unter Kontrolle Kiews.

Wrackteil MH17 (Foto: Reuters)

Wrackteil von MH17

"Wir schaffen es nicht"

Das niederländische Untersuchungsbüro für Sicherheit (OVV) teilte derweil mit, der vorläufige Untersuchungsbericht zur Absturzursache der malaysischen Passagiermaschine werde erst in einigen Wochen fertig. "Wir schaffen es nicht in 30 Tagen", sagte eine Sprecherin der Behörde mit Blick auf die offizielle Frist zur Erstellung eines vorläufigen Berichts nach einem Absturz.

Die Boeing der "Malaysia Airlines" war vor drei Wochen mit 298 Menschen an Bord auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich nach dem Beschuss mit einer von Separatisten abgefeuerten Rakete abgestürzt. Weil die mit Abstand meisten Todesopfer aus den Niederlanden stammen, leitet die Regierung in Den Haag die Ermittlungen zur Absturzursache.

wa/gmf (afp, dpa)

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