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Aktuell Amerika

Mexikos Armee entwaffnet Polizei nach Massaker

Nach dem Massaker an 43 Studenten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ordnet Präsident Enrique Peña Nieto die Entwaffnung der örtlichen Polizei an. Dafür übernehmen Armee und Bundespolizei die Kontrolle.

Nach der mutmaßlichen Verwicklung der lokalen Polizei in den Mord an 43 Studenten im Südwesten Mexikos übernehmen die Streitkräfte und die Bundespolizei die Kontrolle in der Stadt Iguala. Die Beamten der städtischen Polizei wurden entwaffnet und zum Verhör in eine Militärbasis ins Zentrum des Lands gebracht, wie der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido sagte. Dort würden auch ihre Waffen auf mögliche Hinweise auf die Verwicklung in die Tat untersucht.

In Iguala im Bundesstaat Guerrero waren nach einer Protestaktion vor rund einer Woche 43 Lehramtsstudenten verschwunden. Sie waren zum Spendensammeln in Iguala unterwegs. Dabei sollen sie Busse für die Rückfahrt zu ihrer Hochschule gekapert haben. Daraufhin begannen Polizisten, auf die Studenten zu schießen und töteten drei von ihnen. Dutzende andere Studenten wurden nach Augenzeugenberichten in Polizeiautos abtransportiert und tauchten nicht wieder auf.

Polizisten in den Reihen krimineller Banden

Tage später entdeckten Ermittler sechs Massengräber mit insgesamt 28 Leichen. Einige der Opfer waren zerstückelt und verbrannt, bislang konnten sie noch nicht eindeutig identifiziert werden. Zwei Mitglieder der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" gestanden schließlich den Mord an 17 der vermissten Studenten und bestätigten die Verwicklung der städtischen Polizei. Sie sagten aus, dass der Sicherheitschef von Iguala angeordnet habe, die Studenten an den Ort zu bringen, wo später ein Massengrab gefunden wurde. Der Mordauftrag sei vom Regionalchef der "Guerreros Unidos" gekommen. Der Sicherheitschef ist flüchtig und wird von der Polizei gesucht. Zeugen berichten, dass zahlreiche Beamte der städtischen Polizei von Iguala auf der Gehaltsliste der "Guerreros Unidos" stünden. Der Bundesstaat Guerrero ist fest im Griff von Bandengewalt, soziale Unruhen sind an der Tagesordnung.

In einer Fernsehansprache bezeichnete Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto den Vorfall als "schockierend, schmerzhaft und inakzeptabel". Er versprach, die Schuldigen zu bestrafen und sagte, er habe sein Sicherheitskabinett beauftragt, bei den Ermittlungen zu helfen.

chr / re (dpa, afp)