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Aktuell Amerika

Mexiko: Zwischen Erdbeben und Sturm

Erst das Beben, nun auch noch die Bedrohung durch den Tropensturm "Katia". Mexiko kämpft an zwei Fronten gegen Naturkatastrophen. Die Zahl der Erdbebenopfer ist mittlerweile auf 61 gestiegen.

Inzwischen wurde eine erste Bilanz des Bebens gezogen: Die stärksten Zerstörungen gab es in der 100.000-Einwohner-Stadt Juchitán de Zaragoza im Bundesstaat Oaxaca. Präsident Enrique Peña Nieto machte sich dort ein Bild von den Rettungsarbeiten. Die Zahl der geborgenen Toten stieg auf 61, zudem wurden mehr als 200 Verletzte gezählt. Das Erdbeben der Stärke 8,2 war das heftigste in der Region seit 85 Jahren.

Soldaten, Polizisten und Helfer lieferten sich im Erdbebengebiet einen Wettlauf mit der Zeit, um Überlebende des Bebens aus den Trümmern zu bergen. Ein Teil des im spanischen Kolonialstil errichteten Rathauses der Zapoteken-Stadt brach zusammen und begrub zwei Polizisten unter sich. Mit vier Kränen und zahlreichen Spezialfahrzeugen wurden Trümmer beiseite geräumt.

Mehr als 260 Nachbeben

Vom Erdbeben am stärksten betroffen war der Bundesstaat Oaxaca, wo nach jüngsten Angaben mindestens 46 Menschen ums Leben kamen. Die übrigen Todesopfer wurden aus den Bundesstaaten Chiapas und Tabasco gemeldet. Mehr als 260 Nachbeben erschütterten die Region im Laufe des Tages.

Gebäude und Autos wurden durch das Erdbeben zerstört (Reuters/C.Jasso)

Gebäude und Autos wurden durch das Erdbeben zerstört

Alle Augen in Mexiko richten sich jedoch nun auf den inzwischen abgeschwächten Hurrikan "Katia". Dieser traf in Tecolutla im Bundesstaat Veracruz auf die mexikanische Ostküste. Der ursprüngliche schwere Wirbelsturm wurde in der Nacht zum Samstag zum Tropensturm herabgestuft. Das US-Hurrikan-Zentrum warnte vor "lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Schlammlawinen, insbesondere in bergigen Regionen".

Die mexikanische Regierung ging davon aus, dass mehr als eine Million Einwohner von dem Unwetter betroffen sein würden. Vorhergesagt wurden bis zu 64 Zentimeter Regen in einigen Gebieten.

Bereits 1985 starkes Beben

Mexiko war bereits im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein. In Mexiko treffen fünf tektonische Platten zusammen. Ihre Verschiebungen haben zur Folge, dass das Land zu den Gebieten der Erde gehört, in denen die stärksten Erschütterungen auftreten.

Merkel kondoliert

Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Mexiko nach dem schweren Erdbeben mit mehr als 60 Toten ihre Anteilnahme zugesichert. In einem Kondolenztelegramm an Präsident Enrique Peña Nieto schrieb sie: "Ihnen und den Bürgern Ihres Landes möchte ich mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Mein besonderes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer und all jenen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Den Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung."

Auch Papst Franziskus gedachte der Opfer der Naturkatastrophe und sagte bei einem Gottesdienst in Kolumbien, er bete für "die, die ihr Leben verloren haben, und für ihre Familien".

cgn/djo (afp, dpa)