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Lateinamerika

Mexiko erlebt neuen Erdbeben-Albtraum

Verzweifelte Menschen, eingestürzte Gebäude, Trümmer überall in der Hauptstadt Mexiko Stadt: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wird Mexiko von einem heftigen Erdbeben erschüttert. Mehr als 200 Menschen sterben.

Das Erdbeben hinterließ schwere Schäden an Hunderten Gebäuden in den Bundesstaaten Morelos, Puebla, México und der Millionenmetropole Mexiko-Stadt. Tausende verängstigte Bewohner flüchteten in Panik auf die Straßen und Plätze. Der Schock sitzt tief.. 

In Hunderttausenden Häusern und Wohnungen fiel der Strom aus. Auch das Telefonnetz brach vielerorts zusammen. Schulen und die Universität von Mexiko-Stadt setzten den Unterricht aus. Innenminister Osorio Chong rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen des Zivilschutzes Folge zu leisten. Eine große Gefahr gehe von geborstenen Gasleitungen aus, heißt es.

Schule stürzte ein

Das Zentrum des Bebens lag bei Axochiapan - rund 120 Kilometer südöstlich der mexikanischen Hauptstadt - in einer Tiefe von rund 50 Kilometern. Es erreichte die Stärke 7,1. 

Zerstörtes Gebäude in Mexiko-Stadt (Getty Images/AFP/A. Estrella)

Die Suche nach Vermissten gestaltet sich schwierig

Nach offiziellen Angaben wurden bisher insgesamt mindestens 248 Todesopfer gezählt. Allein in einer eingestürzten Schule starben 20 Kinder. Angesichts der Stärke des Bebens gehen die Behörden allerdings davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird. Hunderte Einsatzkräfte wurden mobilisiert. Helfer gruben sich zum Teil mit bloßen Händen durch die Trümmer, um Verschüttete zu bergen.

Krisenrat kommt zusammen

Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto berief seinen nationalen Krisenrat ein und machte sich im Helikopter ein Bild von den Schäden. "Ich habe die Evakuierung aller Hospitäler angeordnet, die beschädigt worden sind", teilte er bei Twitter mit. Patienten müssten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Auch der internationale Flughafen musste vorübergehend geschlossen werden. Es solle untersucht werden, ob die Infrastruktur Schaden genommen habe, teilte der Flughafen mit. 

Verstörte Frauen in Mexiko-Stadt nach den Erdstößen (Foto: Getty Images/AFP/A. Estrella)

Das Beben verbreitete Angst und Schrecken

Mehrere Nachbeben lösten bei den Betroffenen zusätzlich Panik aus. Das nationale Seismologische Institut teilte mit, es seien unter anderem im Bundesstaat Oaxaca weitere Erdstöße registriert worden. Gleich mehrfach erwischte es die Küstenregion vor der Stadt Salina Cruz. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es auch in den kommenden Tagen noch Nachbeben geben kann. 

US-Präsident Donald Trump bot dem Nachbarland Hilfe an. "Wir sind bei Euch und werden für Euch da sein", twitterte Trump, der in Mexiko wegen seiner Forderung nach dem Bau einer Grenzmauer und kritischer Äußerungen über Immigranten sehr unpopulär ist. 

Das Beben ereignete sich auf den Tag genau 32 Jahre nach der Erdbebenkatastrophe von 1985, bei der in Mexikos Hauptstadt mehr als 10.000 Menschen getötet worden waren. Nach diesem Beben hatten die Behörden die Bauvorschriften verschärft, um die Gebäude stabiler zu machen. Zudem entwickelten sie Pläne für den Katastrophenfall. Am Dienstagmorgen, nur wenige Stunden vor dem neuerlichen Beben, hatte eine Übung stattgefunden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte von Deutschland aus die Anteilnahme der Bundesregierung. Ihr Sprecher Steffen Seibert twitterte auf Spanisch im Namen der Kanzlerin: Unser tief empfundenes Beileid für diejenigen, die einen ihrer Liebsten verloren haben."

Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen in Mexiko umgekommen. Das lateinamerikanische Land befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. 

ml/cr/wa (dpa, afp, rtr, ap)

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