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Mexiko

Mexikanischer Drogenbaron verhaftet

Er gilt als Schlüsselfigur in Mexikos Drogenszene. Zuletzt soll "El Licenciado" einen blutigen Machtkampf innerhalb des Sinalao-Kartells angeheizt haben. Dass die Gewalt nun ein Ende hat, bezweifeln jedoch viele.

Viele Jahre soll Damaso Lopez alias "El Licenciado" die rechte Hand des mächtigen Drogenbosses Joaquín Guzmán - "El Chapo" - gewesen sein. Nun ist den mexikanischen Behörden auch seine Festnahme gelungen. Schwerbewaffnete Soldaten und Polizisten hätten am Dienstag die Wohnung des Drogenhändlers in Mexiko-Stadt gestürmt, erklärten die Ermittler.

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto beglückwünschte im Kurznachrichtendienst Twitter das Verteidigungsministerium "zur Verhaftung eines weiteren Schlüsselziels im Kampf gegen das Verbrechen". Auch der Gouverneur von Sinaloa, dem Bundesstaat in dem die Verbrecherorganisation Lopez' und Guzmáns seine Basis hat, feierte einen Erfolg. Damit könnte die Welle der Gewalt etwas abebben, meinte Quirino Ordaz. "Ich glaube, dass die Festnahme einen positiven Effekt haben wird und wir die Sicherheit und Ruhe wieder herstellen können".

Wer wird "El Chapos" Nachfolger?

Nachdem "El Chapo" im vergangenen Jahr festgenommen worden war, hinterließ er eine Lücke an der Spitze des Sinaloa-Kartells. Damaso Lopez galt seitdem als Anwärter auf die Führungsposition. Seine Karriere als Drogenboss begann 2001. Damals war der Jura-Absolvent stellvertretender Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses von Puente Grande, in dem auch Guzmán alias "El Chapo" einsaß. Lopez half Guzmán bei seiner Flucht und erwarb sich so das Vertrauen des mächtigen Kriminellen. Auch als "El Chapo" 2015 ein weiteres Mal spektakulär durch einen Tunnel floh, soll Lopez beteiligt gewesen sein.

Mexiko Festnahme Drogenboss Joaquin Guzman Loera - El Chapo (picture-alliance/dpa/Cefereso)

Er führte bis vor kurzem das einflussreiche Drogenkartell an: Joaquín Guzmán alias "El Chapo"

Seit Anfang vergangenen Jahres sitzt Guzmán erneut im Gefängnis - diesmal allerdings in den USA, wohin die mexikanischen Behörden ihn ausliefern ließen. Hier droht dem Drogenboss lebenslange Haft. In Guzmáns Drogenkartell buhlten seitdem sowohl seine Brüder und Söhne als auch seine ehemals rechte Hand um die Macht. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ist "El Licenciado" maßgeblich für die jüngste Welle der Gewalt verantwortlich. Seit Jahresbeginn kamen alleine 140 Menschen in den Drogenkämpfen ums Leben. 

Spirale der Gewalt

Dass mit Lopez' Festnahme der Machtkampf in Mexikos einflussreichem Drogenkartell beendet ist, bezweifeln viele. Denn hinter den Drogenbossen stehen Gefolgsleute, die auf Rache sinnen könnten - etwa Lopez' Sohn "Mini Lic". Experten fordern daher immer wieder, im Kampf gegen die Drogenkriminalität weniger auf die führenden Köpfe setzen, sondern die Finanz- und Logistikstrukturen zu bekämpfen.

nin/hk (dpa, afp)