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Börse

Metro-Manager sollen in Insiderhandel verstrickt sein

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen Marktmanipulation und Insiderhandels gegen leitende Mitarbeiter des Handelskonzerns Metro. Im Visier sind auch Aufsichtsrat Jürgen Steinemann und Vorstand Pieter Boone.

Steinemann hatte einer Pflichtmitteilung zufolge am 22. Februar 2016, kurz nach seiner Wahl an die Spitze des Gremiums, für gut eine Million Euro 43.000 Aktien der damaligen Metro AG gekauft. Der damalige Cash&Carry-Chef und jetzige Metro-Vorstand Boone erwarb einer Pflichtmitteilung zufolge am 26. Februar 2016 für den damaligen Wert von knapp 50.000 Euro insgesamt 2175 Aktien.

Pieter Boone, Vorstandsmitglied der Metro Group (picture-alliance/S.Simon)

Pieter Boone, Vorstandsmitglied der Metro Group

Knapp einen Monat später wurde die Metro als Konzern in die Bereiche Lebensmittel und Unterhaltungselektronik aufgespalten. Die Elektroniksparte wurde unter dem namen Ceconomy an die Börse gebracht. Die Aktie der damaligen Metro AG legte am Tag der Ankündigung in der Spitze um 15 Prozent zu. Für Steinemann erhöhte sich der Wert seiner Metro-anteile um rund 150.000 Euro an nur einem Tag. Die Namen der beiden Spitzenmanger hatte das Magazin "Der Spiegel" ins Spiel gebracht.

Ermittlungen gegen fünf Mitarbeiter

Insgesamt werde gegen fünf Metro-Mitarbeiter ermittelt, so die Staatsanwaltschaft. Es bestünden Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen mit der Bekanntgabe seiner Aufspaltungspläne im März 2016 zu lange gezögert habe, heißt es.

Metro-Aufsichtsrat Jürgen Steinemann (picture-alliance/S.Simon)

Metro-Aufsichtsrat Jürgen Steinemann

Außerdem geht die Strafverfolgungsbehörde Hinweisen nach, dass zwei Personen aus dem Unternehmen und ein von einem Metro-Mitarbeiter informierter Außenstehender Insidergeschäfte getätigt haben könnten, um von dem vorhersehbaren Kurssprung der Aktie nach Bekanntgabe der Aufspaltungspläne zu profitieren. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch eine Anzeige der Finanzaufsicht BaFin.

Metro sieht kein Vergehen

Ein Metro-Sprecher wies die Anschuldigungen jedoch zurück: "Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor." Auch der Konzern habe nicht gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Die Metro habe die Nachricht von der beabsichtigen Aufspaltung pünktlich und unter Beachtung aller einschlägigen Vorschriften kommuniziert.

cgn/rb (dpa, rtr)

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