#MeToo: Mitgründer von Modemarke Guess tritt zurück | Kultur | DW | 13.06.2018
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#MeToo

#MeToo: Mitgründer von Modemarke Guess tritt zurück

Paul Marciano, Mitgründer der Modemarke Guess, ist als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten. Er soll Models und Fotografen sexuell belästigt haben, 40 Betroffene wurden befragt. Den Stein ins Rollen brachte Kate Upton.

Marciano habe im Umgang mit Models und Fotografen "ein schlechtes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt und sich selbst in Situationen gebracht, aus denen "nachvollziehbare Anschuldigungen für unangemessenes Verhalten" folgen konnten, heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns. Um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, bleibe Marciano bis zum 30. Januar Kreativchef des Labels, unter Beibehalt seiner Bezüge. Auch sein Bruder und Mitgründer Maurice zog sich aus dem Vorstand zurück.

Paul Marciano, Gründer der Modemarke Guess. (Getty Images/GUESS/A. Perilstein)

Zurückgetreten: Paul Marciano

Zuvor hatten unabhängige Ermittler die Vorwürfe untersucht, zu denen neben unangemessenen Kommentaren und Textnachrichten auch Annäherungsversuche wie Küsse und Grabschen gezählt haben sollen. 40 Betroffene und 1,5 Millionen Seiten an Dokumenten sollen befragt, bzw. ausgewertet worden sein. Laut Guess konnten "viele Vorwürfe nicht bestätigt werden". Mit fünf Beschwerdeführern einigten sich das Unternehmen und Marciano auf eine Zahlung in Höhe von insgesamt 500.000 Dollar.

Model Kate Upton, einst das Gesicht der Marke, hatte bereits im Januar auf Twitter geschrieben, es sei enttäuschend, dass Paul Marciano bei einer Marke wie Guess weiterhin als Kreativchef wirken könne.

Im Magazin "Time" führte sie ihre Anschuldigungen später aus und beschuldigte Marciano, ihr nach einem Unterwäsche-Shooting im Juli 2010 gewaltsam an die Brüste gegriffen und mit ihnen gespielt zu haben. Einen Monat später habe Marciano mehrfach auf ihr Hotelzimmer kommen wollen, woraufhin sie ihr Telefon ausgeschaltet und die Tür verriegelt habe. Am nächsten Tag sei sie gefeuert worden, mit der Begründung sie sei zu fett.

tla/bb (afp, Twitter, Time)