Messi zu Haftstrafe verurteilt | Sport-News | DW | 06.07.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport-News

Messi zu Haftstrafe verurteilt

Der nächste Tiefschag: Nach dem verlorenen Copa-America-Endspiel und dem folgenden Rücktritt aus der Nationalelf Argentiniens wird Lionel Messi nun wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt.

Vom Vorbild zum verurteilten Straftäter: Der weltweit wohl beliebteste und nach Meinung vieler bester Fußballer der Welt ist nach spanischem Recht nicht länger ein unschuldiger Bürger. Lionel Messi und sein Vater Jorge Horacio sind im Steuerprozess in Barcelona zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Außerdem wurde eine Geldstrafe von 3,7 Millionen Euro verhängt. Das entschied das Landgericht am Mittwoch in Barcelona. Vater und Sohn sollen laut Anklage mittels Scheinfirmen in Belize und Uruguay zwischen 2007 und 2009 Steuern in Höhe von insgesamt 4,16 Millionen Euro hinterzogen haben.

Dennoch wohl kein Gefängnis für Messi

Video ansehen 02:10

Messi wegen Steuerbetrug verurteilt: Gespräch mit Alexander Fritsch, DW Sport

Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der 29-jährige Messi, Star des spanischen Meisters FC Barcelona, und sein Vater die Haft nicht antreten müssen. Dies ist in Spanien üblich, wenn gegen Personen, die zuvor nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, eine Haftstrafe unter zwei Jahren verhängt wird. Zudem haben die Messis nun die Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

Messi hatte ausgesagt, sich nicht um die Steuerangelegenheiten gekümmert, sondern diese seinem Vater überlassen zu haben. "Ich habe Dinge unterschrieben, aber ich schaue nie auf die Verträge. Ich weiß nicht, was ich unterschreibe", soll Messi laut der Zeitung El Periodico im September 2013 ausgesagt haben. Offenbar waren Messi im Zuge der Ermittlungen verschiedene von ihm unterzeichnete Sponsorenverträge vorgelegt worden, doch Messi habe sich laut Medienberichten nicht an sie erinnern können. "Das ist etwas, das mein Vater managt. Und ich vertraue ihm", wurde der fünfmalige Weltfußballer zitiert. Er selbst konzentriere sich aufs Fußballspielen: "Ich mache, was er mir sagt."

Lionel Messi (Foto: imago)

Geniale Schusstechnik, illegale Steuerpraxis: Lionel Messi ist nun ein verurteilten Straftäter.

Erst im Dezember hatte die spanische Justiz Ermittlungen gegen den Superstar des FC Barcelona wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten bei Wohltätigkeitsspielen in den Jahren 2012 und 2013 eingestellt. Ein Gericht befand, dass Messi den Steuerbehörden keine Einnahmen aus den betroffenen Spielen vorenthalten habe.

Eine Niederlage zu viel

Vor anderthalb Wochen hatte Messi nach der erneuten Niederlage im Finale der Copa America gegen Chile seinen Rücktritt aus der argentinischen Nationalmannschaft erklärt. Der fünfmalige Weltfußballer hatte drei Endspielniederlagen mit den Argentiniern in Folge hinnehmen müssen, darunter auch im WM-Finale 2014 in Rio de Janeiro gegen Deutschland. Ob sein Rücktritt mit dem Urteil in Zusammenhang steht, blieb vorerst offen.

jw/sn (mit sid dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema