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Fußball

Messi zaubert, Leverkusen staunt

Von Messi schwindelig gespielt: Mit 1:7 ging Leverkusen beim FC Barcelona baden und kassierte damit seine höchste Pleite in der Champions League. Im anderen Achtelfinale gelang Nikosia eine kleine Sensation.

Nur vier Tage nach dem Triumph über Bayern München ist Bayer Leverkusen hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet: 1:7 (0:2) verlor die Werkself beim FC Barcelona im Achtelfinal-Rückspiel und schied völlig zu Recht aus dem Wettbewerb aus, nachdem schon das Hinspiel mit 1:3 verloren gegangen war. Denn den Leverkusenern blieb in diesem Fußballspiel nur die Statistenrolle bei einem wahren Messi-Spektakel. Der 1,69 Meter kleine Weltklassespieler traf gleich fünf (!) Mal ins Netz – ein neuer Rekord in der Königsklasse. Messi offenbarte damit auch eklatante Fehler in der Bayer-Defensive. "Auch wenn es gegen Barcelona ging, so eine Niederlage schmerzt richtig", musste Leverkusens Coach Robin Dutt nach dem Spiel zugeben.

Leverkusen stand nur Spalier

Der Titelverteidiger Barcelona war schon in der Anfangsphase klar überlegen. Leverkusen stand meist nur ehrfürchtig Spalier, während Barcelona sein unverwechselbares Kombinationsspiel aufzog. Zum ersten Mal an diesem Abend ließ Lionel Messi in der 10. Minute seine Klasse aufblitzen – mit einer feinfühligen Ballmitnahme und einem Schuss aus kurzer Distanz, den Bayer-Keeper Bernd Leno aber halten konnte.

Lionel Messi lupft den Ball über Torwart Bernd Leno (Foto:Manu Fernandez/AP/dapd)

Messis erster Streich: Leno kann nur zuschauen

Geradezu spielerisch fiel dann das 1:0 für die Katalanen: Eine geplante Abseitsfalle scheiterte am nicht aufgerückten Michal Kadlec und der Weg war frei für Messi, der sich Gelegenheiten zum Zaubern nicht entgehen lässt. Mit einem eleganten Heber über Leno sorgte er für die Führung (25. Minute). Leverkusen reagierte darauf mit einer noch defensiveren Ausrichtung und versuchte das Spiel von Barcelona zu bremsen – allerdings erst tief in der eigenen Hälfte. Nur Statisten waren die Leverkusener auch in der 43. Minute: Nach einem präzisen Pass von Andrés Iniesta war es einmal mehr der argentinische Superstar Messi, der antäuschte, noch mal antäuschte und dann per Flachschuss ins lange Eck traf. Torwart Leno verhinderte nur 90 Sekunden später gleich zweimal gegen Fabregas und Pedro die Vorentscheidung.

Die Krux mit der Abseitsfalle

Kurz nach dem Wiederanpfiff hieß es dann Messi zum Dritten: Wieder funktionierte die Abseitsfalle nicht und Messi hatte trotz Bedrängnis die Zeit für einen erneuten Lupfer über Leno ins Tor. Erst in der 54. Minute hatte Bayer in Person von Eren Derdiyok die erste echte Torchance, doch quasi im Gegenzug erhöhte Barcelona auf 4:0: Der gerade eingewechselte Cristian Tello hatte frei vor dem erneut chancenlosen Leno keine Mühe (56.).

Barcelonas Sergio Busquets (l.) und Leverkusens Simon Rolfes kämpfen um den Ball. (Foto: Daniel Kopatsch/dapd)

Meistens ein Schritt zu spät: Leverkusen war desolat

Und es kam noch schlimmer: Nach einem haarsträubenden Fehler in der Bayerdefensive staubte Messi ab und erzielte seinen vierten Treffer an diesem Abend (58.). Nur vier Minuten später machte Tello das halbe Dutzend voll und diesmal sah Leno nicht gut aus (62.). Doch auch jetzt hatte Barcelona noch nicht genug und drückte weiter, bis Messi tatsächlich sein fünftes Tor an diesem Abend machte mit einem Schuss aus dem Rückraum (85.). Es war bereits sein 12. Treffer im siebten Spiel der aktuellen Champions-League-Saison. Es folgten "Messi, Messi"-Huldigungen aus den rund 70.000 Kehlen im weiten Rund des Camp Nou. In der Schlussphase musste Leno gegen Tello gar noch das 0:8 verhindern, ehe Karim Bellarabi in der Schlussminute mit einem präzisen Schlenzer noch den Ehrentreffer für Bayer machte. Es war ein denkwürdiger Europapokal-Abend, den man in Leverkusen wohl nicht so schnell vergessen wird.

Nikosia gelingt Sensation

Nicksia-Spieler jubeln nach dem 1:0 gegen Lyon. (Foto:Petros Karadjias/AP/dapd)

Jubel in Nikosia, das Lyon rauswarf

Spannend bis zum Schluss war die Partie zwischen Apoel Nikosia und Olympique Lyon. Dank eines frühen Treffers des Brasilianers Gustavo Manduco 1:0 (9.) stand es sowohl nach 90 als auch nach 120 Minuten 1:0 für Nikosia, obwohl Lyon deutlich mehr Torchancen hatte als die Gastgeber. Nachdem Lyon das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatte, war das Achtelfinale auch nach der Verlängerung noch nicht entschieden. Was folgte, war eine Zitterpartie: Im Elfmeterschießen hatte Nikosia die Chance zur Sensation – und nutzte sie. Während die Franzosen Nerven zeigten und zwei Elfmeter vergaben, trafen alle Schützen der Zyprioten, die 4:3 im Elfmeterschießen gewannen und mit dem Viertelfinaleinzug Geschichte schrieben: Als erster Verein aus Zypern erreichte Apoel die Runde der letzten Acht.

Ebenfalls für das Viertelfinale qualifiziert sind der AC Mailand und Benfica Lissabon. Das Viertelfinale wird am 27./28. März und 3./4. April ausgespielt, die Auslosung findet am 16. März statt.

Autor: Joscha Weber
Redaktion: Olivia Fritz