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Fußball

Messi ist wieder der Allergrößte

Die Liste der Titel, die Lionel Messi bereits errungen hat, ist lang. Noch umfangreicher allerdings ist die Sammlung seiner persönlichen Ehrungen. Nun wurde der Argentinier erneut zum "Weltfußballer des Jahres" gewählt.

Er misst nur 1,69 Meter und wird "La Pulga - der Floh" genannt, aber Lionel Messi ist ein ganz Großer des Fußballs. Im Jahr 2011 war der Kleinste einmal mehr der Allergrößte. Der Dribbelkünstler vom FC Barcelona wurde jetzt bei der FIFA-Gala in Zürich zum "Weltfußballer des Jahres“ gekrönt und das bereits zum dritten Mal in Folge. Der Argentinier (47,9 Prozent der Stimmen) setzte sich deutlich vor dem Portugiesen Cristiano Ronaldo (21,6 Prozent) von Real Madrid und dem Spanier Xavi (9,2 Prozent), ebenfalls vom FC Barcelona, durch.

Vertrag auf der Serviette

Lionel Messi kneift den Reportern während einer Pressekonferenz ein Auge (Foto: ddp images/AP Photo/Bernat Armangue)

Superstar und Lausbube

Lionel Messi wurde 1987 in der argentinischen Stadt Rosario geboren und stammt aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater Jorge verdiente sein Geld als Stahlarbeiter. Messi trat als Fünfjähriger in den Fußballverein ein, den sein Vater leitete. Er galt schon sehr früh als außergewöhnliches Talent. Einziges Manko: seine geringe Körpergröße. Wegen Hormonmangels in den Knochen litt Messi unter Wachstumsstörungen.

In Argentinien fand sich kein Verein, der die Behandlung bezahlen wollte. Deshalb beschloss Messis Vater, mit der Familie nach Spanien zu ziehen. Der damals 13-Jährige, nur 1,43 Meter große Lionel Messi spielte im Jahr 2000 beim FC Barcelona vor. "Ich habe ihn innerhalb einer halben Minute verpflichtet", sagte der damalige Barça-Manager Carlos Rexach. Der erste Vertrag wurde auf einer Serviette aufgesetzt.

Messi wie Maradona

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona (r.) umarmt den argentinischen Nationalspieler Lionel (Foto: ddp images/AP Photo/Marcio Jose Sanchez)

Messi (l.) mit Argentiniens Nationaltrainer Maradona

Im Oktober 2004, mit 17 Jahren, gab Messi sein Debüt in der ersten spanischen Liga. In der folgenden Saison erhielt er beim FC Barcelona einen Stammplatz. Im September 2005 nahm er die spanische Staatsbürgerschaft an und fällt seitdem nicht mehr unter die Ausländerregelung. Nicht selten ist es Messi, der die Spiele zu Gunsten seines Clubs entscheidet. Dabei ist er der Mann für die besonderen Tore.

Gegen den FC Getafe legte er im April 2007 eine exakte Kopie des 60-Meter-Alleingangs von Diego Maradona auf den Rasen, der 1986 im WM-Viertelfinale gegen England auf diese Weise das 2:0 erzielt hatte. Maradonas Tor wurde zum WM-Tor des Jahrhunderts gekürt. Den Vergleich mit dem großen Maradona muss sich Messi öfter gefallen lassen, als ihm lieb ist. "Ich muss mich noch verbessern", blieb der heute 24-Jährige aber stets bescheiden. "Ich will ein Spieler werden, der alles kann." Dieses Ziel hat das Ausnahmetalent mittlerweile längst erreicht.

250 Millionen Euro Ablöse

Messis Vertrag bei Barcelona wurde zuletzt im September 2009 verlängert, er gilt bis 2016. Dabei wurde das Gehalt auf 12,5 Millionen Euro im Jahr und die Ablösesumme auf 250 Millionen Euro festgesetzt. Für Messi war es bereits die sechste Gehaltserhöhung bei Barça innerhalb von fünf Jahren.

Auf Gerüchte über einen Vereinswechsel reagierte der Superstar häufig mit den Worten "Barcelona ist mein Zuhause". Ein spanischer Sportreporter forderte einmal sogar: "Wir müssen dem Fußball einen neuen Namen geben. Nennen wir ihn Messi!" In der Tat gibt es derzeit wohl keinen Spieler auf der Welt, der das runde Leder so beherrscht wie der kleine Argentinier.

Atemberaubende Titelsammlung

Barcelonas Lionel Messi (l.) auf dem Spielfeld umringt von Fotoreportern. Er hält den Pokal nach dem Finale der Klub WM 2009 in Abu Dhabi .(Foto: AP Photo/Bernat Armangue)

Lionel Messi nach dem Gewinn der Klub-WM 2009 mit dem FC Barcelona in Abu Dhabi

Fünfmal wurde der Argentinier mit Barça spanischer Meister, zuletzt im gerade abgelaufenen Jahr 2011. Hinzu kommen einmal der nationale Pokal, fünfmal der spanische Supercup, dreimal die Champions League, zweimal der UEFA Super Cup und zweimal die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft. Messi ist der erste und bisher einzige Spieler, der in der Champions League dreimal hintereinander Torschützenkönig wurde.

Eine schier endlose Zahl von Titeln. Hinzu kommen noch ungleich mehr persönliche Ehrungen, wie gerade zum dritten Mal hintereinander die Ernennung zum "Weltfußballer des Jahres". Beim letzten Champions-League-Finalsieg 2011 wurde Messi zum "Man of the Match" gewählt. Zudem ernannte ihn die UEFA 2011 zum "Besten Spieler in Europa".

Problembereich Nationalelf

Der argentinische Nationalspieler Lionel Messi (l.) gestikuliert auf dem Boden sitzend vor dem Schiedsrichter (Foto: AP Photo/Guillermo Arias)

Im Nationaldress lief es für Lionel Messi oft nicht nach Plan

Während Messi mit dem FC Barcelona schon fast alles gewann, sieht es in der argentinischen Nationalmannschaft anders aus. Hier wartet eine ganze Nation immer noch auf den großen Durchbruch ihres Wunderkindes. Sehr beliebt ist Messi als Nationalspieler in Argentinien nicht. Zu oft enttäuschte er die übergroßen Erwartungen seiner Landsleute, wenn er das hellblau-weiße Trikot trug. Zudem gilt er in der Heimat wegen seiner Vita als halber Spanier.

Schon 2006 in Deutschland gehörte Messi zum Kader, spielte aber nur drei WM-Partien, kein Mal stand er über 90 Minuten auf dem Platz. Beim Elfmeterkrimi im Viertelfinale gegen die DFB-Elf in Berlin blieb er ganz auf der Bank. Argentinien schied aus. Auch beim WM-Turnier in Südafrika 2010 blieb Messi ohne Treffer, Argentinien scheiterte erneut im Viertelfinale an Deutschland. Nicht anders verlief die Copa America 2011: Im eigenen Land erfüllte Messi die in ihn gesteckten Erwartungen erneut nicht. Der Argentinier blieb wieder ohne Torerfolg und scheiterte mit seiner Mannschaft im Viertelfinale gegen Uruguay.

Auch ein Jahrhunderttalent wie Lionel Messi ist eben immer nur so gut, wie seine Mitspieler ihn machen. Und die sind in Barcelona deutlich besser als in der argentinischen Elf.

Autor: Calle Kops
Redaktion: Andreas Sten-Ziemons