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Fußball

Messi, das Fußball-Wunder auf zwei Beinen

Beim 3:0-Sieg des FC Barcelona gegen den FC Bayern München war der argentinische Superstar Lionel Messi einmal mehr der überragende Spieler auf dem Platz. Der Mann, der den Unterschied ausmacht.

Lionel Messi (r.) lupft den Ball über Manuel Neuer zum 2:0 für Barcelona. Foto Getty Images

Lionel Messi (r.) lupft den Ball über Manuel Neuer zum 2:0 für Barcelona

Die Bayern haben nicht schlecht gespielt, aber eben auch nicht wirklich gut. Dass sie jedoch

0:3 beim FC Barcelona

verloren haben, lag an einem 1,69 Meter großen Argentinier. "Wir hatten viel Kontrolle, aber das Talent von Messi hat einfach den Unterschied gemacht", räumte Bayern-Trainer Pep Guardiola nach der am Ende doch sehr deutlichen Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der Champions League ein. "Die individuelle Klasse von Messi ist natürlich einzigartig", erkannte auch Münchens Torwart Manuel Neuer an, der erstmals in seiner Karriere von dem Ausnahmestürmer bezwungen wurde, und dann gleich doppelt. Messis Aufsetzer von der Strafraumgrenze zum 1:0 war für Neuer unhaltbar. Beim 2:0 düpierte der Barça-Superstar den deutschen Nationalkeeper regelrecht, mit einem eleganten Lupfer über Neuer hinweg ins Tor. Zuvor hatte der 27-Jährige Jerome Boateng ausgetanzt, als wäre der Weltmeister nicht mehr als eine wegkippende Slalomstange für einen Skifahrer. Und schließlich schickte Messi auch noch Neymar mit einem Traumpass auf die Reise zum 3:0.

Messi warnt davor, sich zu sicher zu fühlen

Der Matchwinner für Barcelona gab sich hinterher bescheiden. "Deutschland ist ein sehr kniffeliger Ort. Wir haben ein sehr gutes Resultat erzielt, aber wir dürfen nicht mit zu viel Selbstvertrauen dorthin fahren", sagte Messi mit Blick auf die zweite Partie in München am kommenden Dienstag (Anstoß 20.45 Uhr MESZ, im DW-Liveticker ab 20.30 Uhr). "Wir haben ein sehr gutes Ergebnis für das Rückspiel erzielt. Das ist, was wir wollten." Die Bayern stehen vor dem Knockout in der Königsklasse, das Finale in Berlin am 6. Juni ist in kaum erreichbare Ferne gerückt. "Ich bin eigentlich kein Freund von Durchhalteparolen. Aber wenn du 0:3 verlierst, sind die Chancen natürlich nicht mehr sehr groß", sagte Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge beim Bankett nach dem Hinspiel in Barcelona. "Aber wir haben noch ein Spiel. Wir heißen Bayern München! Und vielleicht gibt es dann doch ein Fußball-Wunder."

Lionel Messi am Ball im Halbfinale gegen den FC Bayern. Foto: Reuters

Messi war für die Bayern am Mittwoch kaum zu halten

Ein Stürmer mit Torgarantie

Doch dafür bräuchten die Bayern ein Fußball-Wunder auf zwei Beinen wie Lionel Messi. Der viermalige Weltfußballer rockt diese Saison. Insgesamt traf Messi in bisher 51 Pflichtspielen des FC Barcelona 53-mal: 40-mal in der Primera Division (bei 35 Einsätzen), dreimal im spanischen Pokal (5) und zehnmal in der Champions League (11). Dazu gab er noch 25 Torvorlagen. In der europäischen Königsklasse liefert er sich mit dem Weltfußballer der beiden vergangenen Jahre, dem Portugiesen Cristiano Ronaldo, ein Bäumchen-wechsel-dich im Kampf um den Titel des besten Champions-League-Torjägers aller Zeiten. Am Dienstag war es noch Ronaldo mit 76 Treffern, am Mittwoch überholte ihn Messi wieder mit nun 77 Toren. Jeder Fan sollte sich beim Fußballgott dafür bedanken, gleichzeitig zwei so geniale Offensivspieler bestaunen zu können, beide wahre Jahrhunderttalente.

Götze und Messi trennen derzeit Welten

Mario Götze nach dem Gegentor zum 0:3. Foto: Getty Images

Es läuft nicht für Mario Götze (2.v.r.)

Ob Bundestrainer Joachim Löw seinem Einwechselspieler im WM-Finale und späteren Matchwinner Mario Götze immer noch dieselben legendären Worte mit auf den Weg geben würde wie 2014 in Rio? "Zeig‘ der ganzen Welt, dass du besser als Messi bist!", hatte Löw gesagt. Der Bundestrainer saß am Mittwoch in Barcelona unter den gut 95.000 Zuschauern und sah mit an, wie der Schütze des Goldenen WM-Tors auf der Bayern-Auswechselbank darben musste und erst in der 79. Minute auf den Platz durfte. Gute Szenen hatte Götze in der Schlussphase nicht. "Manchmal kommt er mir in seinen Bewegungen wie ein Jugendspieler vor, der Zweikämpfe verliert und stehen bleibt" wetterte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer im Fernsehsender Sky. "Das passt natürlich nicht zum FC Bayern. Es wird Zeit, dass er langsam erwachsen wird." Egal, wie sich Götze auch strecken mag, an einen Lionel Messi in Höchstform wird er wohl niemals heranreichen können.

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