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Fußball

Messi bringt die WM in Schwung

Am zweiten Spieltag setzte sich im sehenswerten Spitzenspiel Argentinien mit 1:0 gegen Nigeria durch. Vorher hatte Griechenland 0:2 gegen Südkorea verloren. England trennte sich von den USA 1:1-Unentschieden.

Lionel Messi, rechts, dribbelt mit dem Ball (Foto: AP Photo/Ricardo Mazalan)

Zweiter Tag – gleicher Sound: Die Vuvuzelas dröhnten in allen Stadien, auch ohne südafrikanische Beteiligung. Wenigstens ab und zu drangen aber dieses Mal auch die Gesänge der Fans durch das nervtötende Getöse. Und es wurde zum ersten Mal Fußball zelebriert: Von Argentiniens Superstar Lionel Messi, der die WM-Fans mit seinen Zauberpässen und wunderbaren Einzelaktionen erstmals richtig begeisterte. Der Dribbelkünstler vom FC Barcelona dominierte die Partie gegen Nigeria und bediente gleich in der vierten Minute Stürmer Carlos Tevez, der aber den Ball aus kürzester Distanz am Tor vorbei schob. Nur eine Minute später scheiterte Messi selbst am nigerianischen Torwart. Doch der argentinische Sturmlauf wurde in der 6. Minute mit dem Treffer von Gabriel Heinze belohnt: Völlig frei kam er zum Kopfball und erzielte das 1:0.

1:0 durch Heinze (Foto: AP/Hassan Ammar)

Heinze (links unten) mit Hechtflugball zum 1:0

Die Nigerianer hatten es ihrem überragend haltenden nigerianischen Torwart Enyeama zu verdanken, dass der Sieg am Ende nicht noch höher ausfiel. Vor allem Messi scheiterte mit vielen seiner gefürchteten Kunstschüsse am gegnerischen Keeper, der zum "man of the match" gekürt wurde. "Wir haben nicht alle Chancen genutzt, der Torhüter der Nigerianer war hervorragend", lobte Argentiniens Nationalcoach Diego Maradona. "Wir haben gewonnen, es ist ein guter Sieg, das gibt uns eine gewisse Sicherheit." Es war auch ein Spiel mit deutscher Beteiligung: Schiedsrichter Wolfgang Stark feierte mit diesem Knallerspiel seine WM-Premiere.

England verpasst Auftaktsieg

Fehler von Torwart Green beim 1:1 (Foto: AP Photo/Michael Sohn)

Oha - da sieht der Torwart nicht gut aus...

Verkehrschaos und überforderte Ordner prägten das Bild rund um das Spiel zwischen England und den USA. Das Royal Bafokeng Stadion in Rustenburg ist nur über eine einzige Zufahrtsstraße zu erreichen und die war hoffnungslos verstopft. So verpassten viele Fans das bislang schnellste Tor der WM durch Englands Kapitän Steven Gerrard nach nur 213 Sekunden. Doch wer gedacht hatte, dass die Partie nun entschieden sei, sah sich getäuscht: Durch einen fatalen Torwartfehler von Robert Green gelang Clint Dempsey noch vor der Pause der 1:1-Ausgleich (40.). Der Endstand. Für England eine Enttäuschung, allein Wayne Rooney hatte mehrfach den Siegtreffer auf dem Fuß. "Wir haben ein unglückliches Tor bekommen, das war ein bisschen ein Schock", sagte Gerrard und sprach seinem Teamkollegen im Tor Trost zu: "Wir müssen uns jetzt alle hinter ihn stellen."

Seit jeher hat die englische Fußball-Nationalmannschaft ein Torwartproblem: Seit Peter Shilton, der noch bei der WM 1990 in Italien im Kasten stand, wartet England auf einen Torhüter auf Topniveau. Green reihte sich als Alternative zu James, der seinerseits den Spitznamen "Calamity" (Schlamassel) trägt, nahtlos in die Reihe der englischen Torhüter wie David Seaman ein. Vielleicht half den USA ja auch der Beistand Barack Obamas: US-Vizepräsident Joe Biden hatte das US-Team vor dem Spiel in der Kabine besucht und ihm beste Wünsche vom Präsidenten bestellt.

Rehhagels torlose Griechen

Griechische Spieler starren nach dem 0:2 gegen Südkorea ratlos auf den Rasen. (Bild: AP/Thanassis Stavrakis)

Wer schickt diesmal einen Rettungsschirm? Griechenland mal wieder bankrott

In der Gruppe B hatte zuvor Griechenland gegen Südkorea 0:2 (0:1) verloren. Was haben diese Griechen nur für ein Problem mit Fußball-Weltmeisterschaften? Noch nie in der Geschichte ist ihnen auch nur ein einziger Treffer gelungen. Das war schon bei der bisher einzigen Teilnahme 1994 in den USA so – damals schieden sie nach drei Niederlagen und 0:10 Toren aus, und das hat sich auch mit ihrem ersten Auftritt in Südafrika nicht geändert. Das 0:2 in Port Elizabeth gegen Südkorea war absolut verdient. Nichts mehr ist übrig geblieben von den Defensiv-Qualitäten des Überraschungs-Europameisters von 2004. Beiden Toren der Südkoreaner gingen eklatante Abwehrfehler voraus. Beim 1:0 durch Lee Jung-Soo (7.) stimmte die Zuordnung nach einem Freistoß nicht, dazu verweigerte der Nürnberger Angelos Charisteas den Kopfball, und vor dem 0:2 von Kapitän Park Ji-Sung (52.) verstolperte Loukas Vyntra den Ball anfängerhaft in der eigenen Hälfte. Der Sieg der starken Südkoreaner hätte durchaus noch höher ausfallen können, aber Lee Chung-Yong vergab kurz vor Schluss eine Großchance.

Auch Methusalem ist ratlos

Griechenland-Coach Otto Rehhagel (Bild: AP/Georgios Kefalas)

Rehakles, was nun?

So ging Otto Rehhagels WM-Premiere kräftig daneben. Rehhagel hatte mit Anpfiff der Partie als ältester Trainer der WM-Historie Fußball-Geschichte geschrieben. Mit 71 Jahren und 306 Tagen löste er den Italiener Cesare Maldini ab, der bei der WM 2002 als Trainer Paraguays 70 Jahre und 131 Tage alt war, als er im Achtelfinale gegen Deutschland ausschied. Rehhagel dürfte der Möglichkeit von Vasilis Torosidis in der dritten Minute noch lange nachtrauern. Da hätten die Griechen mit 1:0 in Führung gehen können, aber der Ball verfehlte das Tor um wenige Zentimeter. Im Gegensatz zu früheren Auftritten zeigten sich Südkoreas Spieler auch physisch stark. Technisch und läuferisch zählt das Team ohnehin schon seit Langem zur erweiterten Weltspitze. Nun dürften sie sich mit Argentinien um den Gruppensieg streiten. Griechenland dagegen kann nur noch ein Fußballwunder ins Achtelfinale helfen.

Autoren: Tobias Oelmaier/Olivia Fritz
Redaktion: Arnulf Boettcher

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