Meryl Streep appelliert an Melania und Ivanka Trump | Filme | DW | 04.01.2018
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Filme

Meryl Streep appelliert an Melania und Ivanka Trump

Schauspielerin Meryl Streep wehrt sich erneut gegen Vorwürfe, etwas über sexuelle Übergriffe des Filmproduzenten Harvey Weinstein gewusst zu haben. Nun sieht sie Melania und Ivanka Trump in der Pflicht, sich zu äußern.

"Ehrlich gesagt, wenn es um Harvey geht: Ich habe es wirklich nicht gewusst", sagte die Oscar-Preisträgerin im Interview der "New York Times". Sie wisse auch nicht, wie der Hollywood-Filmproduzent Harvey Weinstein seine mutmaßlich sexuellen Übergriffe so lange geheim halten konnte, sagte sie nun der Zeitung.

"Mich hat er nie in ein Hotelzimmer gebeten." Allerdings habe auch sie "Erfahrungen" mit übergriffigen Kollegen gemacht - "hauptsächlich, als ich jung und schön war", so Streep. "Damals, als alle Kokain nahmen, gab es viele, die sich unverzeihlich benahmen", erinnert sich die 68-Jährige. "Doch jetzt, da die Leute älter und nüchterner sind, muss es Vergebung geben."

Poster-Kampagne gegen Meryl Streep

Als die Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten bekannt wurden, hatte sich Meryl Streep zunächst nicht dazu geäußert. Ihr Schweigen wurde ihr in der Öffentlichkeit vorgeworfen. Im Dezember 2017 tauchten Plakate im Raum Los Angeles auf, die ein Foto von Streep und Weinstein aus dem Jahr 2012 zeigten. Streeps Augen waren verdeckt durch die Worte "She knew" ("Sie wusste es").

US-Filmverband kürt Spielberg-Drama «The Post» zum Film des Jahres (picture-alliance/courtesy Everett Collection)

In "The Post" spielt Meryl Streep (4. v. l.) Katharine "Kay" Graham, die erste Zeitungsverlegerin der USA

Ein rechter Aktivist bekannte sich dazu, die Poster unter anderem nahe der Filmstudios 20th Century Fox und Streeps Zuhause in Pasadena aufgehängt zu haben und sagte, dass die Kampagne auch eine Vergeltung dafür sei, dass Streep ihren neuen Film "The Post" über Vietnamkrieg-Enthüllungen der "Washington Post" im Jahr 1971 nutze, um US-Präsident Donald Trump zu attackieren.

Streep, die mit der Weinstein Company mehrere Filme drehte, hatte vier Tage nach der ersten Veröffentlichung in der "New York Times" über die Anschuldigungen gegen Weinstein mit Entsetzen auf die "beschämenden Nachrichten" über seine mutmaßlichen Übergriffe reagiert. "Die furchtlosen Frauen, die ihre Stimmen erhoben haben, um diesen Missbrauch zu enthüllen, sind unsere Heldinnen", hatte sie am 9. Oktober gesagt und das Verhalten des Filmmoguls als "unentschuldbar" bezeichnet.

McGowan warf Streep "Verlogenheit" vor

Als Protest gegen sexuelle Übergriffe in der Filmindustrie wollen Streep und weitere Schauspielerinnen laut Medienberichten zur Golden-Globes-Verleihung am 7. Januar Schwarz tragen. Schauspielerin Rose McGowan, die Weinstein bezichtigt, sie vergewaltigt zu haben und den Skandal um ihn mit ins Rollen brachte, griff Streep dem "Hollywood Reporter" zufolge für diese ihrer Ansicht nach zu lasche Aktion direkt an und kritisierte den "stillen Protest". Streep werde keine wirkliche Veränderung bewirken; ihr Schweigen sei das Problem. "Ich verabscheue deine Verlogenheit", twitterte McGowan. Der entsprechende Eintrag wurde mittlerweile gelöscht.

Schauspielerin Rose McGowan (picture-alliance)

Rose McGowan warf Meryl Streep "Verlogenheit" vor

Streep erklärte daraufhin erneut, nichts von Weinsteins Verhalten gewusst zu haben: "Ich habe nicht vorsätzlich geschwiegen. Ich wusste es nicht." Streep ist eine der Unterstützerinnen der jüngst gegründeten Initiative "Time's Up" ("Die Zeit ist um"). Die Initiative setzt sich für Geschlechtergleichheit und gegen die Belästigung von Frauen in der Filmindustrie und im amerikanischen Alltag ein. Mit Spenden von Streep und anderen Hollywood-Größen ist ein Fonds für Rechtsbeihilfe für Frauen, die sich wehren möchten, entstanden.

Streep: Appell an Melania und Ivanka Trump

Im aktuellen Interview mit der "New York Times" forderte Streep jetzt Reaktionen der US-amerikanischen First Lady, Melania Trump, und der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, die ihren Vater als Beraterin unterstützt. "Ich will nichts von meinem Schweigen hören. Ich will etwas über das Schweigen von Melania Trump hören. Von ihr möchte ich etwas hören. Sie hat so viel zu sagen, das wertvoll ist. Und Ivanka ebenso. Ich will, dass sie jetzt spricht."

ld/pg (dpa, afp)

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