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Aktuell Europa

MERS-Verdacht in Slowakei nicht bestätigt

Die Slowakei gibt bei ihrem ersten MERS-Verdachtsfall vorläufige Entwarnung. In Südkorea breitet sich die lebensgefährliche Atemwegserkrankung aber immer weiter aus.

Drei von vier Labortests seien negativ ausgefallen, teilte das slowakische Gesundheitsministerium in Bratislava mit. Das vierte Testergebnis sei zwar grenzwertig gewesen, jedoch nicht positiv. Zur Sicherheit würden nun weitere Untersuchungen bei dem Mann aus Südkorea vorgenommen. Der 39-Jährige liegt streng isoliert in einer Spezialklinik in Bratislava (das Artikelbild zeigt ihn beim Transport ins Krankenhaus).

Bei dem Patienten waren am Samstagabend Symptome einer Atemwegserkrankung festgestellt worden. Der Mann war am 3. Juni in die Slowakei eingereist, um für eine Autozulieferfirma zu arbeiten.

Schon 16 MERS-Tote in Südkorea

In Südkorea breitet sich die lebensgefährliche Atemwegserkrankung weiter aus. Die Zahl der erfassten Krankheitsfälle stieg um fünf auf 150, wie das Gesundheitsministerium in Seoul mitteilte Zudem starb ein weiterer Patient an MERS. Seit dem ersten Auftreten von MERS in Südkorea im Mai sind damit schon 16 Menschen an der Virus-Erkrankung gestorben.

Passanten in Seoul mit Atemschutz gegen MERS (Foto: Getty Images)

Passanten in Seoul mit Atemschutz gegen MERS

Es ist der größte Ausbruch von MERS außerhalb von Saudi-Arabien, wo die Krankheit 2012 erstmals auftrat. Daher der Name: Middle East Respiratory Syndrome. Der Erreger gehört zu den Coronaviren, zu denen auch der Sars-Erreger und viele Erkältungsviren zählen. Einen Impfstoff gibt es nicht. Kamele gelten als Hauptüberträger des MERS-Virus auf den Menschen.

WHO: Komplexer Ausbruch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet vorerst nicht mit einem baldigen Ende des MERS-Ausbruchs in Südkorea. Zum Abschluss mehrtägiger Untersuchungen eines Expertenteams sprach der WHO-Direktor für Gesundheitssicherung, Keji Fukuda, von einem "großen und komplexen" Ausbruch. Mit weiteren Fällen müsse gerechnet werden, warnte Fukuda.

Er betonte allerdings zugleich, es gebe derzeit keinen Beleg für eine dauerhafte Übertragung der Atemwegserkrankung außerhalb von Krankenhäusern. Südkorea müsse "wachsam bleiben und die intensive Krankheitskontrolle, die Beobachtung und die Präventionsmaßnahmen fortsetzen, bis der Ausbruch wirklich vorbei ist", sagte der WHO-Experte. Als Grund für die schnelle Ausbreitung des Virus in Südkorea nannte Fukuda unter anderem die überfüllten Notaufnahmen und Krankenhausstationen.

wl/wa (dpa, rtre)