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Politik & Gesellschaft

Merkel zu Gast bei Obama

Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama haben sich in Washington in freundschaftlicher Atmosphäre getroffen - trotz einiger Meinungsunterschiede. Obama lud die Kanzlerin in ein Nobelrestaurant ein.

Obama und Merkel vor dem Restaurant '1789' in Washington (Foto: dapd)

Obama führt Merkel in das Washingtoner Restaurant "1789" aus

Zum Auftakt des zweitägigen Besuchs Angela Merkels in den USA hat US-Präsident Barack Obama mit der Kanzlerin vertraulich über das deutsch-amerikanische Verhältnis gesprochen. Zuletzt hatte es Differenzen in der Libyen-Frage gegeben; die Enthaltung der Bundesrepublik im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über den Libyen-Einsatz hatte in Washington für Irritationen gesorgt.

Trotz dieser Differenzen lässt der US-Präsident der Kanzlerin bei ihrer USA-Reise ein ungewöhnliches Maß an Aufmerksamkeit zuteil werden. Am Dienstag (07.06.2011) wird sie von Obama mit militärischen Ehren zu offiziellen Gesprächen im Weißen Haus empfangen. Später verleiht der US-Präsident ihr die Freiheitsmedaille - die höchste Auszeichnung der USA - und gibt ein Staatsbankett für die deutsche Delegation.

Gehobene US-Küche und ein "gelungener Meinungsaustausch"

Obama und Merkel verlassen das Restaurant '1789' in Washington und steigen in ein Auto (Foto: pa/dpa)

Nach dem Gourmet-Dinner folgt am Dienstag der offizielle Empfang im Weißen Haus

Für das erste Gespräch am Montag (Ortszeit) führte Obama die Kanzlerin unmittelbar nach ihrer Ankunft in das Restaurant "1789" im Washingtoner Universitätsviertel Georgetown aus. Das im Landhaus-Stil eingerichtete Lokal bietet auf seiner täglich wechselnden Speisekarte gehobene US-Küche, darunter etwa Wildlachs mit Frühlingszwiebeln oder Kaninchen mit Baby-Artischocken.

Nach dem Treffen hieß es aus deutschen Regierungskreisen, es sei ein "gelungener, intensiver und freundschaftlicher Meinungsaustausch" gewesen. Aus amerikanischen Delegationskreisen verlautete, das Abendessen unter vier Augen unterstreiche die Bedeutung, die der Präsident der Beziehung zwischen den USA und Deutschland und damit der eigentlichen Wirtschaftsmacht in Europa zumesse.

Den Angaben zufolge erörterten Obama und Merkel auch die Lage in Nordafrika, Afghanistan und in Nahost sowie die Euro-Krise und die Lage der Weltwirtschaft.

Große deutsche Delegation

Merkel wird bei ihrer Visite von fünf Bundesministern der schwarz-gelben Regierungskoalition begleitet - mit dabei sind Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Außenminister Guido Westerwelle, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Finanzminister Wolfgang Schäuble und Innenminister Hans-Peter Friedrich. Es ist die größte und hochrangigste deutsche Delegation seit der Amtszeit von Altkanzler Helmut Kohl.

Westerwelle wertete den "außergewöhnlichen Empfang" der deutschen Delegation durch die US-Regierung als Beleg für das "vorzügliche" Verhältnis beider Länder. Die Beziehungen seien "eng", "partnerschaftlich" und "freundschaftlich". Mit Blick auf die Libyen-Frage räumte er ein, dass es natürlich auch bei "engsten Freunden" unterschiedliche Auffassungen geben könne.

Der Außenminister kündigte an, dass Deutschland dem Wunsch der USA nach einem stärkeren Engagement in Libyen entgegenkommen werde. "Wir werden uns sehr engagieren. Natürlich auch bei einem Wiederaufbau", sagte Westerwelle. Eine deutsche Beteiligung an Militäraktionen schloss er erneut aus.

Freiheitsmedaille für beispiellosen politischen Lebensweg

Merkel ist die erste europäische Regierungschefin, die von Obama mit der Freiheitsmedaille gewürdigt wird. Sie erhält die Ehrung, wie es heißt, für ihren in der DDR gelebten "Traum von Freiheit" und ihren Weg bis zur Kanzlerschaft als erste Ostdeutsche und erste Frau in der Bundesrepublik. Zu dem Staatsbankett im Weißen Haus sind rund 250 Gäste geladen. Als einziger deutscher Politiker vor Merkel wurde 1999 Altkanzler Helmut Kohl vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnet.

Es ist der sechste Besuch von Kanzlerin Merkel in den USA in der Amtszeit Obamas. Zuletzt hatten sich beide Politiker beim G8-Gipfel im französischen Deauville vor eineinhalb Wochen gesehen.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, rtr, afp, dapd)
Redaktion: Herbert Peckmann

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