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Aktuell Europa

Merkel will Griechenland im Euro halten

Der erste Auslandsreise des Jahres führte die Kanzlerin nach London. Gemeinsam mit Premier Cameron wollte Merkel den G7-Gipfel vorbereiten. In den Fokus gerieten aber die Zukunft Griechenlands und der Anschlag in Paris.

Nach tagelangem Schweigen zu den "Grexit"-Spekulationen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in der britischen Hauptstadt Berichten widersprochen, wonach die deutsche Regierung einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone in Kauf nehmen würde. Deutschland arbeite für Griechenlands Verbleib in der Eurozone, sagte Merkel nach einem Arbeitstreffen mit dem britischen Premierminister David Cameron.

In einem Video, das das Bundespresseamt im Online-Dienst Twitter verbreitete, zeigte sich Merkel zuversichtlich, dass dies auch gelingen werde. Griechenland habe bereits einen erheblichen Teil des Reformweges mit großen Einschnitten für die Bevölkerung absolviert. Die Umsetzung vereinbarter Reformen und die Solidarität der internationalen Partner gehörten zusammen, betonte die Kanzlerin. Dieses Konzept sei bislang sehr erfolgreich gewesen und solle auch so weiter gehen.

Einig im Kampf gegen den Terror

Gemeinsam verurteilten Merkel und Cameron den blutigen Anschlag auf die Redaktion des Satire-Magazins "Charlie Hebdo". "Was heute in Paris passiert ist, ist ein barbarischer Anschlag gegen die Werte, in denen wir zusammenleben in Europa", sagte Merkel und fügte an: "Wir stehen zu den unverbrüchlichen Werten von Pressefreiheit, von Freiheit, von Demokratie." Im gleichen Tenor fuhr Cameron fort: "Wir dürfen nie erlauben, dass die Werte von Demokratie und Redefreiheit, die uns wichtig sind, von diesen Terroristen beschädigt werden."

Unterschiedliche Perspektiven auf Europa

Weniger Gemeinsamkeiten zwischen Berlin und London gibt es bei der Europapolitik, auch wenn Merkel und Cameron vor dem Treffen erklärt hatten, sie wollten die EU "stabiler und leistungsfähiger" machen. So blieb die Kanzlerin denn auch bei dem in Großbritannien besonders wichtigen Thema der EU-Reformen im Allgemeinen. Sie betonte erneut, dass die Freizügigkeit für Arbeitnehmer nicht antastbar sei und sie gern mit Großbritannien in einer starken EU zusammenarbeite. Allerdings müsse ein Missbrauch der Sozialsysteme bekämpft werden. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, gemeinsame Lösungen zu finden." Cameron will Einwanderer durch eine Verringerung staatlicher Sozialleistungen abschrecken, aber dafür braucht er politische Hilfestellung aus Berlin.

Die Vorbereitung des G7-Gipfels im Juni in Bayern, der das Londoner Treffen vor allem dienen sollte, geriet angesichts der aktuellen Entwicklungen in den Hintergrund.

qu/kle (dpa, afp, rtr)

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