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Aktuell Deutschland

Merkel warnt vor Pegida-Bewegung

In ihrer Neujahrsansprache ruft Bundeskanzlerin Merkel die Bürger dazu auf, der islamfeindlichen Pegida-Bewegung eine Absage zu erteilen. Hilfe für Flüchtlinge sei eine Selbstverständlichkeit, bemerkt die Kanzlerin.

In ihrer Neujahrsansprache erinnert Bundeskanzlerin Angela Merkel an die friedliche Revolution in der DDR vor 25 Jahren und die Massendemonstrationen für Freiheit und Demokratie unter der Parole "Wir sind das Volk" und schlägt dann einen Bogen zur islamfeindlichen Pegida-Bewegung.

"Hass im Herzen"

"Heute rufen manche montags wieder 'Wir sind das Volk'. Aber tatsächlich meinen sie: Ihr gehört nicht dazu - wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion. Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen", warnt die deutsche Regierungschefin.

Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") demonstriert seit Wochen gegen eine angebliche Überfremdung Deutschlands durch Zuwanderer. Hochburg der Bewegung ist Dresden, wo sich vor Weihnachten mehr als 17.000 Menschen an einer Demonstration beteiligten. Zumindest Teile der Pegida-Organisatoren gehören zum rechtsextremen Spektrum.

"Zuwanderung ein Gewinn"

Merkel hebt in ihrer Ansprache hervor, dass es wegen der Krisen und Kriege in vielen Ländern derzeit so viele Flüchtlinge gebe wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele seien dem Tod entronnen. "Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen."

Flüchtlinge aus Syrien kommen in Deutschland an (Foto.dpa)

Flüchtlinge aus Syrien kommen in Deutschland an

Es sei ein Kompliment für Deutschland, wenn Kinder verfolgter Menschen hierzulande ohne Furcht groß werden könnten. Auch unabhängig von Schutzsuchenden sei Zuwanderung "ein Gewinn für uns alle", betont die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende.

Plädoyer für die Einheit Europas

Mit Blick auf die Spannungen mit Russland in der Ukraine-Krise unterstreicht Merkel die Bedeutung der Einheit Europas. "Es steht völlig außer Frage, dass wir Sicherheit in Europa gemeinsam mit Russland wollen, nicht gegen Russland." Ebenso außer Frage stehe aber auch, "dass Europa ein angebliches Recht eines Stärkeren, der das Völkerrecht missachtet, nicht akzeptieren kann und nicht akzeptieren wird". Als Antwort darauf habe sich Europa entschlossen, sich nicht spalten zu lassen, sondern stärker denn je als Einheit zu handeln, um seine Friedensordnung und seine Werte zu verteidigen, so die Kanzlerin.

Mario Götze schießt das Siegtor im WM-Finale Deutschland - Argentinien (Foto: Imago)

Mario Götze schießt das Siegtor im WM-Finale Deutschland - Argentinien

Merkel erinnert auch an den Gewinn der Fußball-WM 2014 durch die deutsche Mannschaft und betont den Wert des Zusammenhalts in Deutschland: "... Es war auch der Zusammenhalt eines Teams, der uns beim Gewinn der Fußballweltmeisterschaft so unvergessliche Momente bescherte." Mit Zusammenhalt könne das Land auch kommende Herausforderungen wie die digitale Revolution und die alternde Gesellschaft meistern. Zusammenhalt "macht unsere Gesellschaft menschlich und erfolgreich", betont die Bundeskanzlerin.

wl/fab (dpa, knna, epd)