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Aktuell Deutschland

Merkel verteidigt Religionsfreiheit

Fanatismus und Einschränkungen in der Glaubensfreiheit seien Teil der Lebensrealität, kritisierte Kanzlerin Merkel bei der EKD-Synode. Die weltweit am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft sei das Christentum.

Erstmals in ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin hielt die Protestantin Angela Merkel eine Rede bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dabei bezeichnete sie die Religionsfreiheit als elementares Menschenrecht. Der Schutz verfolgter Christen sei deshalb ein wichtiger Teil deutscher Außenpolitik. Zugleich beklagte die Kanzlerin, dass man weltweit "unendlich weit von wirklicher Anerkennung und Beachtung" des global gültigen Menschenrechts auf Religionsfreiheit entfernt sei. "Einschränkung von Glaubensfreiheit, Geringschätzung von Glauben - das ist Teil unserer Welt." Christen seien weltweit die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft, sagte Merkel, die in einem evangelischen Pfarrhaus in der damaligen DDR aufgewachsen ist, auf der Jahrestagung der EKD-Synode im Ostseebad Timmendorfer Strand bei Lübeck.

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Jahrestagung der Evangelischen Kirche

Mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation Deutschland 2017 ermunterte Merkel zu einem ökumenischen Herangehen an das Jubiläum, auch wenn Katholiken und Protestanten sich noch nicht auf einen Rahmen in Form eines Gedenkens oder einer Feier hätten einigen können. "Ich denke, dass wir in einer säkularen Welt das Gemeinsame der christlichen Religion in den Vordergrund stellen dürfen", sagte Merkel.

Die noch bis Mittwoch tagende Synode ist die höchste Versammlung der EKD. Deren 20 Landeskirchen haben über 23 Millionen Mitglieder. Vor den 130 Delegierten der EKD-Synode, die das Reformations-Jubiläumsjahr vorbereiten, äußerte Merkel die Hoffnung, dass von der Jubiläumsfeier auch ein missionarischer Impuls für Deutschland ausgehen wird und glaubensferne Menschen erreicht werden könnten. "Die Bundesrepublik Deutschland ist ausdrücklich nicht laizistisch gegründet worden", sagte die CDU-Chefin mit Blick auf den Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes.

Der Dominikanermönch Martin Luther (1483-1546) hatte am 31. Oktober 1517 in Wittenberg mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen etwa gegen den Ablasshandel die Reformation der abendländischen Kirche ausgelöst. Im Zuge dessen kam es zur Gründung der Evangelischen Kirche als Abspaltung von der Katholischen Kirche.

qu/uh (dpa, epd, kna)

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