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Aktuell Deutschland

Merkel verlangt restlose Aufklärung des Germanwings-Absturzes

Der offenbar absichtlich herbeigeführte Absturz der Germanwings-Maschine hat auch in Berlin Fassungslosigkeit ausgelöst. Bundeskanzlerin Merkel sagte, die Tragödie habe eine unvorstellbare Dimension erreicht.

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Max Hofmann in Seyne-les-Alpes

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die neuen Erkenntnisse über den Absturz der Germanwings-Maschine als "schier unfassbar" bezeichnet. Dass der Co-Pilot nach Erkenntnissen der Ermittler das Flugzeug bewusst zum Absturz gebracht habe, gehe "über jedes Vorstellungsvermögen hinaus", sagte die Kanzlerin vor Journalisten in Berlin.

"Mich trifft diese Nachricht genau wie wohl die allermeisten Menschen", sagte sie. Zugleich kündigte sie weitere Ermittlungen zur Absturzursache des Germanwings-Jets an. "Wir kennen noch nicht alle Hintergründe, und deshalb ist und bleibt es wichtig, dass weiter ermittelt wird, dass jeder Aspekt weiter gründlich untersucht wird."

Neues Leid für Angehörige

Die heutigen Nachrichten seien noch einmal eine fürchterliche Belastung für die Angehörigen der Opfer. Merkel dankte nochmals den französischen Behörden für ihren Einsatz und sicherte zu, von deutscher Seite werde alles getan, um die Ursachen des Absturzes restlos aufzuklären.

Der Airbus A320 war am Dienstagvormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. An Bord waren 150 Menschen, darunter 72 Deutsche. Nach Angaben der französischen Ermittler steuerte der Co-Pilot die Maschine offenbar absichtlich in die Katastrophe.

Gedenken im Bundestag

Mit "jähem Entsetzen und tiefer Trauer" hatte zuvor der Deutsche Bundestag der Katastrophe gedacht, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte. Er erinnerte besonders an die "vielen jungen, sehr jungen Menschen", die bei dem Unglück ums Leben kamen. In diesen unbeschreiblich schweren Tagen wünsche er den Angehörigen Kraft und auch Zuversicht, diese Herausforderung zu bewältigen. Deutschlandweit fand eine Schweigeminute statt.

Dank an die französischen Helfer

Merkel hatte am Mittwoch die nahe der Absturzstelle gelegene Ortschaft Seyne-les-Alpes besucht. Zusammen mit dem französischen Staatspräsidenten François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hatte sie dort der Toten gedacht und den Bergungskräften sowie den Bewohnern der Bergregion für ihren Einsatz gedankt.

Angehörige nahe Unglücksstelle

Etwa 40 Hinterbliebene trafen an diesem Donnerstag am Unglücksort ein, um zu trauern und von ihren Liebsten Abschied zu nehmen. Die Familienangehörigen und Freunde waren am Vormittag vom Flughafen Marignane bei Marseille per Bus in die Absturzgegend gefahren worden. Zuvor hatten sie Sonderflüge der Lufthansa aus Düsseldorf und Barcelona genommen.

Die Ortschaften Seyne-les-Alpes und Le Vernet hatten sich auf ihre Ankunft vorbereitet und Unterkünfte für Hunderte Personen bereitgestellt. In beiden Ortschaften wurden Kapellen für die Trauernden eingerichtet, zahlreiche Psychologen sind vor Ort, um die Familien zu betreuen.

uh/gmf (afp,rtr)

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