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EU und Türkei

Merkel und Erdogan telefonieren

Die Spannungen sind groß - angesichts der Verhaftungswelle und der Unterdrückung Oppositioneller in der Türkei. Dennoch redet man weiter miteinander, wie die Bundesregierung bestätigt.

Polen NATO Merkel und Erdogan (Getty Images/S. Gallup)

Merkel und Erdogan beim NATO-Gipfel im Juli in Warschau

Trotz der Spannungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union lässt Kanzlerin Angela Merkel den Gesprächsfaden nicht abreißen. Mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan beriet die Kanzlerin am Donnerstagabend in einem Telefonat die Lage im belagerten syrischen Ost-Aleppo. "Die jüngste - von Russland unterstützte - Offensive des syrischen Regimes gegen Aleppo führe zu einer dramatischen Verschärfung des Leids der Zivilbevölkerung", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin anschließend mit.

Ein Waffenstillstand und die uneingeschränkte Versorgung der Zivilbevölkerung seien dringlicher denn je. Die Lage der Zivilisten im Raum Aleppo sei "katastrophal". Die Türkei hatte die syrische Regierung zuvor bereits aufgefordert, Hilfe für Zivilisten zuzulassen.

Merkel und Erdogan hätten zudem über die Verhandlungen zur Überwindung der Teilung der Mittelmeerinsel Zypern gesprochen. Die Bundeskanzlerin habe dabei die bereits erfolgten Fortschritte in den jüngsten Gesprächen gewürdigt, hieß es in Berlin weiter .

Türkei fordert härteres Vorgehen gegen PKK- und Gülen-Anhänger

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, Erdogan habe in dem Gespräch auch deutlich gemacht, dass Ankara ein härteres Vorgehen gegen Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Gülen-Bewegung in Deutschland erwarte. Der PKK wirft Ankara Terroranschläge in der Türkei vor. Den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen beschuldigt Erdogan, hinter dem im Juli gescheiterten Putsch zu stecken.

Der Staatschef habe Merkel zudem an die Verantwortung der EU in der Flüchtlingskrise erinnert, hieß es von der türkischen Seite. Erdogan gratulierte der Kanzlerin auch zur G20-Präsidentschaft. Deutschland hat den Vorsitz in der Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer, zu der auch die Türkei gehört, am Donnerstag übernommen.

se/rk (dpa, afp)