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Politik

Merkel und die Rolling Stones

Zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in der Hauptstadt gehört der Bundespresseball. Um die Kanzlerin diesmal dorthin zu locken, müsste eine andere Band kommen, als die engagierten Rentner-Rocker von "Status Quo".

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Am 28. November ist es wieder so weit. Dann werden rund 2800 Journalisten, Politiker und andere mehr oder weniger wichtige Menschen in einem großen Hotel ausgelassen das Tanzbein schwingen. Es ist der zehnte Bundespresseball im pulsierenden Berlin seit dem Wegzug von Regierung und Parlament aus dem beschaulichen Bonn.

Ein Jubiläum, das es besonders zu würdigen gilt, dachten sich die Organisatoren, und verfielen auf die Idee, als Star-Gäste die englischen Kult-Rocker von "Status Quo" zu engagieren. Eine 1962 im Swinging London gegründete, also in die Jahre gekommene Band, deren Durchschnittsalter weit über dem der Ball-Gäste liegen dürfte. Dass die Jungs um Sänger und Gitarrist Francis Rossi aber noch ziemlich gut drauf sind, davon konnten sich dieser Tage ihre alten und neuen Fans bei einem Konzert in Berlin überzeugen. Und weil sie nun schon mal In Berlin waren, schauten die netten Kerle von ‚Status Quo‘ tags darauf im Haus der Bundespressekonferenz vorbei.

Rock'n'Roll-Qualitäten

Da, wo sonst Regierungs- und Ministeriumssprecher auf kritische Fragen der Parlaments-Journalisten antworten (oder auch nicht), da löcherten dieselben Journalisten vier betagte Rock-Musiker mit tief schürfenden Fragen: "Wie schätzen Sie die Rock’n Roll-Qualitäten der deutschen Regierung ein?", wollte ein Kollegin wissen. Antwort: "Die sind ganz bestimmt hervorragend." War damit das ganze Kabinett gemeint? Oder nur Gesundheitsministerin Ulla Schmidt? Vielleicht Verteidigungsminister Franz-Josef Jung? Darüber lässt sich trefflich spekulieren.

"Angie"

Apropos: Spekuliert wird auch noch darüber, ob sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dieses Mal endlich auf dem Bundespresseball blicken lässt. Bislang hat sie den Veranstaltern immer die kalte Schulter gezeigt. Sollte sich an dem Status Quo nichts ändern, Angela Merkel also wieder durch Abwesenheit glänzen, bliebe nur noch eins: Als Star-Gäste des Bundespresseballs 2009 müssten die "Rolling Stones" engagiert und die Regie geändert werden. Zum Auftakt dürfte nicht der traditionelle Walzer erklingen, sondern einer der größten "Stones"-Hits: "Angie"