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Nach Trumps Nein zum Klimaabkommen

Merkel: "Nichts kann und wird uns" beim Klimaschutz aufhalten

In einem kurzen Statement zeigt sich Kanzlerin Merkel bestürzt über die US-Entscheidung, aus dem internationale Klimaabkommen auszutreten. Sie fordert die Weltgemeinschaft auf, gemeinsam gegen den Klimawandel zu kämpfen.

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Merkel: "Nichts kann und wird uns aufhalten"

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor der Berliner Presse: "Die Entscheidung der USA ist äußerst bedauerlich und damit drücke ich mich noch sehr zurückhaltend aus." Das Abkommen sei unabdingbar für die Erfüllung der Klimaziele bis 2030. Sie forderte alle auf, den Blick nach vorne zu richten. Sie betonte: "Entschlossener denn je werden wir in Deutschland, Europa und der Welt alle Kräfte bündeln, große Menschheitsherausforderungen wie die des Klimawandels aufzunehmen und erfolgreich diese Herausforderung zu bewältigen." Mit dem Kampf gegen die globale Erwärmung werde Wohlstand gesichert und Chancen auf der Welt verbessert. Dieser Weg sei unumkehrbar, sagte Merkel und ergänzte: "Wir brauchen dieses Pariser Abkommen, um unsere Schöpfung zu bewahren." 

Mit Blick auf die Länder, die am offensichtlichsten unter dem Klimawandel litten, sagte Merkel: "Wir werden unsere Verpflichtungen aus diesem Abkommen umsetzen, auch mit Blick auf die Finanzierung der ärmsten und verwundbarsten Länder der Welt", da die betroffenen Länder und Menschen diese Herausforderungen nicht bewältigen könnten. "Allen, denen die Zukunft dieses Planeten wichtig ist, sage ich: Lassen sie uns den Weg gemeinsam weitergehen, damit wir erfolgreich sind für unsere Mutter Erde."

Barbara Hendricks fasst sich bei der Pressekonferenz in Berlin mit der Hand ans Kinn. (Foto: picture alliance/dpa/W. Kumm)

Bundesumweltministerin Hendricks: Ein Rückschlag, aber nicht mehr

"Weltklima wird Trump überstehen"

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte nach dem Rückzug der USA, der Schulterschluss mit dem großen Rest der Welt sei nun umso fester. Dass US-Präsident Donald Trump die Ende 2015 beschlossene Vereinbarung aufkündigen wolle, sei ein "Rückschlag", räumte Hendricks ein, die selbst an der Einigung in Paris mitgewirkt hatte. Ab 2018 werde der Beitrag der USA fehlen. Deswegen seien aber nicht die anderen Länder verpflichtet, mehr zu zahlen. Deutschland will wegen des angekündigten Ausstiegs keine zusätzlichen Verpflichtungen zur Reduzierung von Treibhausgasen eingehen. "Es wird jetzt von niemandem in der Welt erwartet, dass er das durch seine eigenen Anstrengungen kompensiert", sagte Hendricks. Auf die Frage, ob Deutschland jetzt seinen Ausstieg aus der Kohle beschleunigen werde, antwortete die SPD-Politikerin: "Das hat keinen unmittelbaren Zusammenhang."

Da für einen US-Präsidenten nach maximal zwei Amtszeiten Schluss sei, sei sie aber sicher, "das wird das Weltklima überstehen".  Selbst Saudi-Arabien, dessen Wirtschaftsmodell derzeit noch weitgehend auf fossile Brennstoffe ausgerichtet sei, wolle keinen Rückzieher machen, sagte Hendricks.

Deutschland wird im November die Klimakonferenz ausrichten. In diesem Jahr sind die Fidschi-Inseln Gastgeber, die COP23 findet aber in Bonn statt. Auch Frankreich wird sich an der Ausrichtung beteiligen. 

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Barbara Hendricks: "Der große Rest der Welt macht weiter"

Keine Kohle für Klimaschutz

Trump hatte am Donnerstag erklärt, die USA würden aus dem in Paris abgeschlossenen Weltklimavertrag aussteigen und alle Zahlungen für den Kampf gegen die Erderwärmung an andere Länder einstellen. Ziel der internationalen Vereinbarung ist es, die Erderwärmung durch eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auf unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Vertragsstaaten sollten außerdem versuchen, sie schon bei 1,5 Grad zu stoppen.

pab/as (afp, dpa)

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