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Meinungsforschung

Merkel im Umfragehoch, starkes Misstrauen gegen Trump und Erdogan

Die Kanzlerin ist beliebt, wie lange nicht mehr, die SPD verliert an Boden. Die Deutschen sind entsetzt über Trump und Erdogan. Und sie misstrauen Russland und den USA gleichermaßen: der aktuelle ARD-Deutschlandtrend.

Weltkrisen, wo hin man sieht: Der Nahe Osten in Aufruhr, die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan auf dem Weg in eine Autokratie und in den USA stellt Präsident Donald Trump die gemeinsamen Werte des Westens täglich infrage. Da sind die Deutschen offenbar froh, dass sie Angela Merkel haben: Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend, den das Meinungsforschungsinstitut infratest-dimap erstellt hat, erreicht die Bundeskanzlerin von der CDU ihren besten Wert seit Beginn der Flüchtlingskrise im Herbst 2015.

Als damals und in den Monaten danach fast 900.000 Asylsuchende vor allem aus Syrien und Afghanistan nach Deutschland kamen und Merkel das begrüßte, hatte ihr Ansehen stark gelitten. Jetzt sind 64 Prozent der Bürger wieder zufrieden mit der Arbeit der Regierungschefin. Damit ist Merkel die beliebteste Politikerin des Landes. Die Meinungsforscher befragten zu Beginn der Woche rund 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger über ihre aktuellen Ansichten.

Das Erfolgsrezept der CDU: Angela Merkel.

Die Kanzlerin selbst ist also der Hauptgrund, warum ihre konservative Partei immer klarer vorne liegt, wenn die Bürger in Deutschland gefragt werden, wen sie denn wählen würden, wäre schon jetzt und nicht erst im September Wahltag. 38 Prozent würden sich für die CDU oder in Bayern für die Schwesterpartei CSU entscheiden.

Und nur noch 24 Prozent für die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten und Parteichef Martin Schulz. Stark sind wieder die Liberalen von der Freien Demokratischen Partei (FDP), die vor dreieinhalb Jahren aus dem Bundestag ausscheiden mussten. Jetzt liegen sie wieder bei zehn Prozent.

Einmal hoch, dann wieder runter: Die Achterbahnfahrt der SPD.

Dramatisch ist das Ergebnis der Umfrage für die SPD und Martin Schulz: Im Januar war Schulz, der frühere Präsident des Europaparlaments, überraschend zum Kanzlerkandidaten ernannt worden, im März wurde er auf einem Parteitag mit sagenhaften 100 Prozent der Stimmen zum Parteichef gewählt. Schulz war ein neues, frisches Gesicht, über zehntausende Menschen traten auch wegen ihm in die SPD ein. In diesen Wochen holten die Sozialdemokraten die CDU Merkels in den Umfragen fast ein, teilweise überholte sie die Christdemokraten sogar.

Aber dann tauchte Schulz überraschend ab, war kaum noch im Fernsehen zu sehen. Merkel stand wieder im Fokus der Weltbühne, etwa beim Treffen mit Donald Trump in Washington oder beim G7-Treffen in Italien. Jetzt liegen wieder 14 Prozentpunkte zwischen CDU und SPD. Und nur 36 Prozent der Deutschen sind mit Martin Schulz zufrieden.

Dramatisch: Starkes Misstrauen gegenüber den USA und Donald Trump

Einer Katastrophe gleich kommt das Ansehen der USA bei den Deutschen: Dem neuen US-Präsidenten Donald Trump misstrauen fast alle Deutschen. Nur 21 Prozent der Befragten sagen, den USA, eigentlich dem wichtigsten Verbündeten Deutschlands, könne man vertrauen.

Damit ist das Vertrauen in die USA ebenso groß wie das in Russland. Sogar China genießt mit 36 Prozent mehr Vertrauen als die frühere Schutzmacht Amerika. Das Vertrauen in Großbritannien ist trotz des Brexit noch vergleichsweise stabil. Und das in die Türkei mit 3 Prozent am schlechtesten. Der Grund dürften die ständigen Provokationen und Drohungen von Präsident Erdogan vor allem gegenüber Deutschland und der Kanzlerin sein. Satte 94 Prozent aber vertrauen Frankreich, vor allem nach der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten.