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Merkel gibt "Bild" Interview zur Lage der Nation

Kanzlerin Angela Merkel geht in die Offensive. In einem ausführlichen Interview mit der "Bild"- Zeitung erläutert die CDU-Chefin die Grundzüge ihrer Politik, wehrt sich aber auch gegen parteiinterne Kritiker.

Kanzlerin Merkel in roter Jacke winkt auf einem Parteitag den Delegierten zu (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht immer von Parteifreunden gefeiert

Die Bundeskanzlerin hat das große Format gewählt. Via „Bild“-Zeitung wendet sich Angela Merkel an das Volk. Die Boulevard-Zeitung, die wahrscheinlich noch nie solch ein ausführliches Interview abgedruckt hat, verspricht in der Ausgabe vom Mittwoch (11.03.2009), dass die Kanzlerin Antworten auf die drängendsten Fragen der Deutschen gibt. Wohl aber nicht ganz freiwillig. Selbst Parteifreunde beklagten, dass sie nicht wüssten, wofür die Kanzlerin eigentlich stehe. Nun kann der interessierte Leser schwarz auf weiß nachlesen, wie Angela Merkel die Welt sieht.

Kanzlerin sieht optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft

Vor allem möchte sie den Deutschen Mut machen. Deutschland sei zwar in der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, das Land sei aber in der Lage, die Krise zu meistern und sogar gestärkt aus ihr hervorzugehen. Selbstbewusst sagt die Kanzlerin: „Wir haben schon ganz andere Krisen bewältigt.“

Angesprochen auf die Probleme von Opel betont die Kanzlerin, dass die Bundesregierung durchaus dem Autokonzern unter die Arme greifen wolle. Aber es dürfe keine „Scheinhilfe“ sein. Es müsse eine tragfähige Lösung gefunden werden. „Nichts wäre schlimmer, als nach wenigen Monaten oder gar Wochen wieder am Anfang zu stehen.“

Merkel steht zu ihrem Kurs

Parteiintern wird der Kanzlerin verstärkt vorgeworfen, dass die Union immer weniger für konservative Werte stehe. Darauf entgegnet Merkel, dass sie in der CDU sei, weil sie das „Christliche“ im Namen habe. Daraus würden sich die drei „Wurzeln“ der Partei ableiten: die christlich-soziale, die liberale und die konservative. Alle drei Strömungen seien für die CDU wichtig, um als Volkspartei gewählt zu werden.

Auch wenn die Bundestagswahl erst im September stattfindet, die ersten Wahlkampfgeplänkel zeichnen sich ab. Da geht bei manchem Parteifreund die Angst um, dass die Kanzlerin nicht kämpferisch genug auftreten könnte. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günter Oettinger fasste dies in einem Bild zusammen. Er forderte Merkel auf, schon jetzt die „Uniform der Kanzlerin abzulegen und die Uniform der Parteivorsitzenden anzuziehen“. Merkel kontert, dass sie immer beides sei, Kanzlerin und Parteivorsitzende. Bei all ihren Entscheidungen gehe sie von ihren Grundüberzeugungen und ihrer Verantwortung für das Ganze aus.

Auch Steinmeier gibt der Kanzlerin Ratschläge

Bundeskanzlerin Merkel und ihr Stellvertreter Steinmeier am Kabinettstisch (Foto: AP)

Die zukünftigen Konkurrenten im Wahlkampf, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, einträchtig am Kabinettstisch

Nicht nur Parteifreunde geben der Kanzlerin in der Öffentlichkeit Ratschläge. In einem Interview antwortete ihr SPD-Herausforderer für das Kanzleramt - Außenminister Frank-Walter Steinmeier - auf die Frage, was er anders machen würde: „Ich würde die Kräfte der Gemeinsamkeit stärken.“ Seiner Ansicht nach müssten die Wirtschaft, die Gewerkschaften und auch die Oppositionsparteien einbezogen werden. Und Steinmeier fügte noch einen Seitenhieb hinzu. Er würde CSU-Chef Horst Seehofer klarmachen, dass die bayerische CSU einer gesamtdeutschen Regierung angehöre und sich deshalb auch so verhalten müsse.

Das Interview gab Steinmeier übrigens dem Magazin „Stern“. Beide Politiker haben sich also für die Verbreitung ihrer Botschaften auflagenstarke Presseprodukte ausgesucht. Zurzeit findet der Wahlkampf also am Kiosk statt. Dies wird sich sicherlich ändern. Da wirkt eine Aussage der Kanzlerin aus dem „Bild“- Interview fast schon tröstlich. „Mit mir wird es immer nur einen klaren, durchaus auch harten, aber im Ton sehr sachlichen Wahlkampf geben.“

(La/kle/BILD/STERN)

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