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Politik

Merkel empfängt Obama

Nach seiner weltweit beachteten Rede an die muslimische Welt ist US-Präsident Obama von Kairo nach Dresden gereist. Es ist seine zweite Deutschland-Visite seit Amtsantritt.

Obama und Merkel in Dresden (Foto: AP)

In der sächsischen Landeshauptstadt wurde Barack Obama am Freitagvormittag (05.06.2009) von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen. Anschließend trug sich der US-Präsident im Grünen Gewölbe des Dresdner Schlosses in die Goldenen Bücher der Stadt und des Bundeslandes Sachsen ein.

Dresden - Weimar - Landstuhl

Nach Gesprächen mit der Kanzlerin - unter anderem über den Nahost-Friedensprozess - steht ein Besuch Obamas in der Dresdner Frauenkirche auf dem Programm. Das Wahrzeichen der Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst vor einigen Jahren wieder aufgebaut.

Anschließend werden Obama und Merkel in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar erwartet. Dort wird Obama als erster US-Präsident ein ehemaliges Konzentrationslager auf deutschem Boden besichtigen. Mit dabei sein wird auch Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel. Er gehörte zu den Lagerhäftlingen, die von der US-Armee 1945 aus dem KZ befreit werden konnten.

Obama und Merkel (Foto: AP)

Treffpunkt Dresden: Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel im Gespräch

Zum Abschluss seines eintägigen Deutschland-Aufenthalts wird Obama nach Landstuhl in der Pfalz weiterreisen, wo er das dortige US-Militärhospital besuchen will. In dem Krankenhaus werden Soldaten behandelt, die bei Kampfeinsätzen etwa im Irak oder in Afghanistan verletzt wurden. Am Samstag will der US-Präsident dann in der französischen Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten teilnehmen.

Neuanfang und Respekt

Barack Obama in Kairo (Foto: AP)

Vielbeachtet: Grundsatzrede in der Kairoer Universität

Obama war am Donnerstagabend aus Kairo kommend in Dresden gelandet. In der ägyptischen Hauptstadt hatte er in einer knapp einstündigen Grundsatzrede den Muslimen die Hand gereicht und zur Überwindung gegenseitiger Missverständnisse aufgerufen. Fast acht Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 machte der US-Präsident unmissverständlich klar, dass "der engstirnige Hass einer kleinen Gruppe" nichts mit dem tiefen Glauben einer Milliarde Menschen gemein habe. Das Ansehen der USA in muslimischen Ländern hatte zuletzt vor allem wegen der Kriege im Irak und in Afghanistan massiv gelitten.

Positives Echo

Ban Ki Moon (Foto: dpa)

Ban: "Positiver Einfluss"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte Obamas "Botschaft des Friedens, des Verständnisses und der Versöhnung". Er hoffe, dass die Rede des US-Präsidenten einen positiven Einfluss auf den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern und auf die Lösung einer ganzen Reihe von Problemen haben werde, erklärte Ban.

Auch die Europäische Union war voll des Lobes. Obamas Rede werde ein neues Kapitel in den Beziehungen zur arabisch-muslimischen Welt öffnen, meinte EU-Chefdiplomat Javier Solana. "Ich denke, dass wir - die EU, die USA und die Länder der Region - anfangen können, die vielen Probleme zu lösen, mit denen wir im Nahen Osten konfrontiert sind", sagte Solana. Obama hatte am Donnerstag unter anderem nochmals eine Zwei-Staaten-Lösung und einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten gefordert. (wa/qu/dpa/afp)

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