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Fußball

Merkel drückt die Daumen aus der Ferne

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht zu den deutschen EM-Spielen in die Ukraine reisen. Doch im polnischen Danzig besuchte sie das Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalelf und wünschte Glück.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Kapitän der deutschen Fussball-Nationalmannschaft, Philipp Lahm (r.), gehen in Sopot bei Danzig (Polen) im EM-Quartierzum der deutschen Mannschaft zum gemeinsamen Abendessen (Foto: dapd)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Kapitän der deutschen Fussball-Nationalmannschaft, Philipp Lahm (r.), gehen in Sopot bei Danzig (Polen) im EM-Quartierzum der deutschen Mannschaft zum gemeinsamen Abendessen

Die ersten drei Partien der deutschen Mannschaft bei der EURO in Polen und der Ukraine wird Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht live auf der Tribüne verfolgen. Bei den Vorrundenspielen sei sie leider nicht dabei, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Wie es im weiteren Turnierverlauf und im Fall einer möglichen Finalteilnahme unserer Mannschaft aussieht, ist noch offen", ergänzte er.

Die deutsche Politik wird in Lemberg beim Spiel gegen Portugal durch Botschafter Hans-Jürgen Heimsoeth vertreten sein. Wie Kanzlerin Merkel wird auch Sportminister Hans-Peter Friedrich nicht in die Ukraine zu reisen. Grund sei "die Besorgnis über Justizwillkür" gerade im Fall der in Haft schwer erkrankten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko.

Kanzlerin als Glücksbringer

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Merkel fährt vorerst nicht in die Ukraine

Im Danziger Trainingslager hatte Merkel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft allerdings einen Besuch abgestattet und ihr viel Glück für die anstehende Europameisterschaft gewünscht. Die Kanzlerin traf Bundestrainer Joachim Löw und dessen Team drei Tage vor dem EM-Auftakt gegen Portugal im Hotel "Dwor Oliwski" in Danzig. "Ich habe einen wunderbaren Mannschaftsgeist und viel Zusammenhalt unter den Spielern gespürt. Jetzt wünsche ich dem Team – wie viele Millionen Menschen in Deutschland – einfach Erfolg und das notwendige Quäntchen Glück", sagte die Merkel nach einem gemeinsamen Abendessen am Mittwoch (06.06.2012), bei dem sie eine kurze Ansprache gehalten hatte.

Merkels Geste kommt an

Das Begrüßungskommitee bei ihrer Ankunft im Teamquartier bildeten DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Ligapräsident Reinhard Rauball sowie Löw, Teammanager Oliver Bierhoff und Kapitän Philipp Lahm. Niersbach sprach von "einer tollen Geste der Bundeskanzlerin, dass sie sich zwischen all ihren Verpflichtungen die Zeit genommen hat, dem Team persönlich alles Gute zu wünschen. Wir freuen uns, dass sie sich im Kreise unserer Nationalmannschaft immer sehr wohl fühlt."

Die Stippvisite der Kanzlerin war für Löw die richtige Einstimmung auf die EM und das erste Spiel am Samstag in Lemberg. "Es ist für uns immer eine große Ehre, wenn Frau Merkel bei Turnieren oder Länderspielen bei uns zu Gast ist. Wir wissen es zu schätzen, dass es ihr ein Herzensanliegen ist, unser Team zu unterstützen", sagte der Bundestrainer. Die Begegnungen mit ihr seien auch für die Spieler "immer sehr interessant, weil sich stets gute Gespräche entwickeln – nicht nur über Fußball".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterhält sich in Sopot bei Danzig (Polen) im EM-Quartierzum der deutschen Mannschaft bei einem gemeinsamen Abendessen mit den Spielern Philipp Lahm, Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Marco Reus (l.-r.) (Foto: dapd)

Abendessen mit der Bundeskanzlerin: Merkel unterhält sich mit Lahm, Klose, Schweinsteiger und Reus (l.-r.)

Merkels Visiten sind Tradition

"Ein gutes Omen", sei Merkels Besuch gewesen, meinte Verteidiger Per Mertesacker. "Ihre Ansprachen sind gut und prägnant. Sie gibt uns immer ein gutes Gefühl mit auf unserem Weg." Der Besuch der Kanzlerin zeige auch "den Stellenwert der Mannschaft. Wir wollen unser Land bestmöglich präsentieren und ein guter Botschafter sein", versprach er.

Der Besuch der Nationalelf ist für Merkel schon eine Tradition. Bei der WM 2010 in Südafrika war die Kanzlerin extra zum Viertelfinale gegen Argentinien (4:0) angereist und hatte an der Seite des verletzten Michael Ballack jeden Treffer lautstark bejubelt. Auch bei der Heim-WM 2006 und bei der EURO 2008 hatte Merkel das deutsche Team als begeisterter Fan von der Tribüne aus unterstützt – und hatte sich durch diese medienwirksamen Auftritte positive Bilder in Fernsehen und Presse gesichert.

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