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Europa

Merkel dankt Polen für 1989

Zwei Jahrzehnte nach dem Beginn der Demokratisierung in Polen hat das Land die Befreiung vom Kommunismus gefeiert. Als Gast dankte Bundeskanzlerin Merkel den Polen für ihre Rolle bei der politischen Wende von 1989.

(Foto: AP)

Dziekuje bardzo: Merkel sagt Ministerpräsident Tusk und Ex-Gewerkschaftsführer Walesa danke

An Feierlichkeiten in der südpolnischen Stadt Krakau nahmen am Donnerstag (04.06.2009) neben politischen Persönlichkeiten wie dem ehemaligen Gewerkschaftsführer Lech Walesa auch mehrere europäische Regierungschefs teil. Der Anlass: Am 4. Juni 1989 war in Polen eine Parlamentswahl abgehalten worden, an der die demokratische Opposition erstmals seit Kriegsende ungehindert teilnehmen konnte. Ihr Sieg über die herrschenden Kommunisten führte im September zur Bildung einer Regierung mit dem katholischen Publizisten Tadeusz Mazowiecki als Ministerpräsidenten.

Merkel: 4. Juni 1989 entscheidend für demokratische Entwicklung

Auf der Gästeliste von Ministerpräsident Donald Tusk stand auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Donald Tusk und Angela Merkel (Foto: AP)

Polens Ministerpräsident Tusk und Kanzlerin Merkel feiern den Durchbruch der Demokratie vor zwanzig Jahren

Die deutsche Regierungschefin sagte, das Tor zu Demokratie und Freiheit sei von vielen mutig aufgestoßen worden. Polen habe dabei eine herausragende Rolle gespielt. In ihren Dank schloss sie auch Papst Johannes Paul II. ein, der in seiner Amtszeit die Entwicklung wesentlich gefördert habe. Der 4. Juni 1989 habe den "entscheidenden Sieg" für Demokratie in Polen und damit auch für Osteuropa gebracht, sagte Merkel. Sie erinnerte auch an die Entscheidung Ungarns, die Grenze nach Westen zu öffnen, und der damaligen Tschechoslowakei, DDR-Flüchtlinge aus Prag ausreisen zu lassen. "All das hat dazu geführt, dass am 9. November die Mauer in Berlin fiel", erklärte Merkel. Die Deutschen seien ihren Freunden in diesen Ländern "zutiefst zum Dank verpflichtet".

Tusk: Sieg der Freiheit und Solidarität über Egoismus

Der Gastgeber des Treffens in Krakau, Polens Ministerpräsident Donald Tusk, bezeichnete den Erfolg der polnischen Freiheitsbewegung Solidarnosc als einen Sieg der "Freiheit und Solidarität über Egoismus, Konflikt und Aggression". Tusk erinnerte auch an den vom kommunistischen Geheimdienst ermordeten Solidarnosc-Priester Jerzy Popieluszko (1947-1984). Solidarnosc-Gründer Walesa warnte vor einem Erstarken von "Staatsnationalismen" in Europa.

Der ehemalige tschechische Dissident Vaclav Havel erklärte, die Länder, die sich vom Kommunismus befreit hätten, seien nun verpflichtet, den Völkern zu helfen, die um die Freiheit kämpften. Auch Merkel rief die Europäer zu mehr Engagement für Bürgerrechtler in der Welt auf. Europa sei "zum Glück" inzwischen vereint. "Wir haben die Aufgabe, dieses Glück der Freiheit und Demokratie in die Welt zu tragen", mahnte Merkel.

Vor der Danziger Werft, der Wiege der Gewerkschaft Solidarnosc, fand ein Gottesdienst statt, an dem auch Walesa teilnahm. Ursprünglich waren dort die Hauptfeierlichkeiten geplant. Aus Angst vor angekündigten Arbeiterprotesten verlegte aber Tusk das Treffen nach Krakau. (hp/sam/afp/dpa/kna)