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Politik

Merkel dankt den USA für Partnerschaft

In ihrer Rede vor dem US-Kongress hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Vereinigten Staaten für ihren Beitrag zur deutschen Einheit gedankt. Nun müssten die "Mauern des 21. Jahrhunderts" fallen, etwa beim Klimaschutz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Rede vor dem amerikanischen Kongress. (Foto:AP)

Angela Merkel vor dem amerikanischen Kongress

Als erste deutsche Regierungschefin seit Konrad Adenauer, der 1957 vor dem amerikanischen Kongress gesprochen hat, hat Angela Merkel am Dienstag (03.11.2009) ihre mit Spannung erwartete Rede gehalten. An dieser Stelle des amerikanischen Kongresses zu stehen, sei vor dem Fall der Mauer außerhalb ihrer Vorstellungen gewesen, bekannte Merkel. Lange Jahre habe sie in der DDR von Freiheit und Eigenverantwortung nur träumen können. "Wir Deutschen wissen, wieviel wir Ihnen verdanken", so die Bundeskanzlerin. "Niemals werde ich Ihnen das vergessen."

Emotionen und "Standig ovations"

Geschickt verknüpfte Merkel in ihrer Rede große Politik und persönliche Erinnerungen an eine Jugend in der DDR. Der Tante aus dem Westen, die ihr immer die gewünschte Jeans und Bücher über die USA besorgt habe, folgte der Dank an die amerikanischen Piloten, die die zum Verhungern verurteilte Stadt Berlin während der "Luftbrücke" 1948/49 gerettet haben.

Einer der emotionalen Höhepunkte der Rede war der Hinweis auf den als ihr Ehrengast anwesenden Fritz Stern. Der 83-jährige amerikanische Historiker musste wegen seiner jüdischen Abstammung 1938 Deutschland verlassen und avancierte später zu einem der bedeutendsten amerikanischen Historiker zur deutschen Geschichte. Seine Anwesenheit bei ihrer Rede erfülle sie mit Stolz, sagte Merkel.

Barack Obama und Angela Merkel während ihres Gesprächs im Weißen Haus. Anschließend hielt Merkel ihre Rede vor dem Kongress. (Foto:AP)

Vor ihrer Rede im Kongress traf sich Angela Merkel mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus.

Mauern des 21. Jahrhunderts einreißen

Ihre sieben Mal von "standing ovations" unterbrochene Rede sparte zwar nicht mit persönlichen Bemerkungen und Danksagungen an das amerikanische Engagement in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber unter dem Motto "Mauern des 21. Jahrhunderts überwinden" wandte sich Angela Merkel auch den politischen Problemen zu, die in Gegenwart und Zukunft zu lösen sein werden.

Drei Politikfelder benannte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede, die gemeinsam von Europäern und Amerikanern bearbeitet werden müssten. Es müssten Frieden und Sicherheit gewährleistet werden. In diesem Zusammenhang bekannte sich Merkel zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, die das drittgrößte Kontingent im Rahmen der Internationalen Truppen stellt. Ziel müsse die Übergabe der politischen Verantwortung an afghanische Sicherheitskräfte und Parteien sein.

Angela Merkel während ihrer Rede vor dem amerikanischen Kongress. (Foto:AP)

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor dem amerikanischen Kongress

Während sie einerseits die Kraft der Toleranz lobte, zeigte Angela Merkel gegenüber der Vorstellung, dass der Iran eine Atombombe besitzen könnte, keinerlei Toleranz. Die vom Iran ausgehende Bedrohung Israels sei nicht hinnehmbar und werde von der Bundesregierung nicht toleriert. Sie stellte sich unmissverständlich an die Seite Israels.

Wohlstand und Gerechtigkeit wahren

Angesichts der Weltwirtschaftskrise forderte Merkel, dass Wohlstand und Gerechtigkeit gewahrt bleiben müssten. Das Ausmaß der aktuellen Krise habe gezeigt, dass ein globaler Ordnungsrahmen geschaffen werden müsse, der Transparenz und Kontrolle garantiere. Andernfalls drohten Missbrauch, Unfreiheit und Instabilität. Hier müssten ebenso Mauern eingerissen werden, wie beim Zusammenhang von Gegenwart und Zukunft, der nirgends deutlicher als beim Schutz des Klimas werde.

Klima schützen

Bezogen auf den Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen mahnte Angela Merkel Maßnahmen zum Klimaschutz an, die ein Ansteigen der Temperatur um mehr als zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert verhinderten. Sie räumte zwar ein, dass ohne China und Indien ein Klimaschutzabkommen keine Sinn mache, wies Europa und den USA eine Vorreiterrolle zu: "Wir haben keine Zeit zu verlieren", rief sie den Abgeordneten zu, die den Satz mit Beifall quittierten, der nicht ganz so stark ausfiel wie an anderen Stellen ihrer Rede.

Autor: Matthias von Hellfeld

Redaktion: Dirk Eckert

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