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Aktuell Deutschland

Merkel: Absage des Länderspiels war richtig

Sie sei genauso traurig gewesen wie Millionen Fans. Dennoch sei die Entscheidung, der Sicherheit Vorrang einzuräumen, angesichts der Anschläge von Paris richtig gewesen, sagte die Kanzlerin auf einer Pressekonferenz.

Die Abwägungen zwischen "Sicherheit und Freiheit" seien wohl die schwierigsten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Aber im Zweifel müsse die Entscheidung "für die Sicherheit" getroffen werden. Nach den Warnungen vor einem Anschlag auf das Fußballländerspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover hätten die Sicherheitsbehörden eine verantwortliche Entscheidung getroffen", so Merkel.

"Dennoch ein Zeichen gesetzt"

Ausdrücklich dankte die Kanzlerin den Besuchern des Spiels, die den Anweisungen der Polizei ruhig und besonnen gefolgt seien. "Sie haben damit, obwohl das Fußballspiel nicht stattfinden konnte, auch ein Zeichen gesetzt", sagte die Kanzlerin, die sich auch bei den Einsatzkräften sowie den Nationalmannschaften beider Länder bedankte.

Großveranstaltungen in Deutschland stehen nach Merkels Einschätzung grundsätzlich nicht in Frage. Es sei möglich, "dass wir weiterhin große Veranstaltungen durchführen" und "dass wir uns an diesen Veranstaltungen erfreuen können", so Merkel.

Hinweise auf ein Sprengstoffattentat

Das geplante Freundschaftsspiel war am Dienstagabend etwa anderthalb Stunden vor Anpfiff abgesagt worden. Die Behörden machten Sicherheitsgründe geltend: Nach Polizeiangaben gab es Hinweise auf ein geplantes Sprengstoffattentat. Sprengstoff wurde allerdings nicht gefunden, es gab auch keine Festnahmen. Das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden sollte nach den Anschlägen von Paris auch ein Zeichen gegen Terror setzen. Auch die Kanzlerin sowie zahlreiche Bundesminister hatten ihr Kommen angekündigt.

"Bennpunkte unter Beobachtung"

Einen Tag nach der Absage bewertet die niedersächsische Regierung die Sicherheitslage als stabil. Die Entscheidung, auf das geplante Spiel zu verzichten, sei aber richtig gewesen, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Nach Angaben des niedersächsische Innenministers Boris Pistorius werde weiterhin "bestimmte Brennpunkte" beobachtet. Allerdings seien dies Vorsichtsmaßnahmen, insgesamt sei der Polizeieinsatz seit Dienstagabend deutlich heruntergefahren worden.

"Es gibt keine vollständige Sicherheit"

Pistorius erklärte, es bestehe eine allgemeine Gefährdungslage. Auch Deutschland stehe im Fokus der Extremistengruppe "Islamischer Staat". Es gebe aber keine Anhaltspunkte dafür, dass Weihnachtsmärkte ein erklärtes Ziel von Attentätern seien. Zwar könne sich diese Einschätzung täglich ändern, er rate aber davon ab, Angst und Panik zu verbreiten. Es wäre ein Triumph für die Pariser Attentäter, wenn es keine Rockkonzerte oder Fußballspiele mehr gebe. Vollständige Sicherheit könne es aber nicht geben. "Gegen das Sprengen von Sprengstoffgürteln gibt es keine Konzepte", sagte der Minister.

cw/wl (dpa, kan, afp, rtr)