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Wirtschaft

Merck will Schering übernehmen

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will den Berliner Konkurrenten Schering für 14,6 Milliarden Euro übernehmen. Schering wies das Angebot als unerwünscht zurück.

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Merck-Zentrale in Darmstadt

Merck bietet den Schering-Aktionären 77 Euro je Aktie in bar. "Dies ist ein idealer Zusammenschluss für beide Unternehmen", erklärte Merck-Chef Michael Römer am Montag (13.3.2006).

Ein Zusammenschluss ermögliche "beiden Unternehmen einen Quantensprung, noch wettbewerbsfähiger zu werden" sagte Römer. Das vereinte neue Unternehmen werde zu einer "globalen Plattform für weiteres nachhaltiges und profitables Wachstum." Beide Unternehmen hätten 2005 im lukrativen Markt für patentgeschützte Medikamente einen Umsatz von insgesamt 5,6 Milliarden Euro erzielt und über ein Forschungs- und Entwicklungsbudget von gemeinsam 1,3 Milliarden Euro verfügt. Der Zusammenschluss beider Unternehmen habe zudem bessere Möglichkeiten die beiden wichtigsten Märkte für Arzneimittel, USA und Japan, zu erreichen.

"Dieses Angebot ist nicht attraktiv"

Merck habe den Schering-Vorstand und Aufsichtsratschef Giuseppe Vita über die Übernahmeabsicht informiert. Schering-Chef Hubertus Erlen hatte die Merck-Offerte am Sonntag bereits als zu niedrig und unerwünscht abgelehnt. "Wir sind der Überzeugung, dass dieses Angebot nicht attraktiv ist. Das Angebot ist uns unaufgefordert vorgelegt worden, es ist nicht erwünscht, wir stehen nicht in Verhandlungen mit Merck", hatte Erlen gesagt.

Merck will für die Übernahme Kapital in der Höhe zwischen 0,5 und 4 Milliarden Euro aufnehmen. Zudem werden sich die Gesellschafter des MDAX-Unternehmens zu einem Eigenkapitalbeitrag in Höhe von einer Milliarde Euro verpflichten. Merck hält derzeit bereits 4,98 Prozent des Schering-Grundkapitals. Merck zufolge liegt die Offerte um 35 Prozent über dem durchschnittlichen Kurs der Schering-Aktie in den vergangenen drei Monaten.

Keine kartellrechtlichen Hürden erwartet

Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen entstünde ein globales Pharma- und Chemieunternehmen mit einem Pro-Forma-Jahresumsatz für 2005 in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Merck rechnet nicht mit wettbewerbsrechtlichen Hürden bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Schering. "Wir erwarten keine Kartellprobleme", sagte Merck-Aufsichtsratschef Wilhelm Simson am Montag in einer

Telefonkonferenz. Schering sei für Merck die erste Wahl gewesen. Zudem machte Simson klar, dass Merck nicht die Absicht habe, Schering zu zerschlagen. Der Standort Berlin solle erhalten bleiben. Merck wolle auch an seiner eigenen Chemiesparte fest halten.

Die beiden Firmen sind etwa gleich groß: Merck beschäftigte Ende 2005 rund 29.000, Schering knapp 25 000 Mitarbeiter. Auch beim Umsatz liegen beide fast gleichauf: Bei Schering waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,3 Milliarden Euro, bei Merck 5,9 Milliarden Euro. Die im DAX notierte Schering AG ist bekannt als Hersteller von Anti-Baby-Pillen und Krebsmitteln. Merck erwartet aus der Übernahme des Konkurrenten Schering nach vorläufigen Berechnungen Synergien von rund 500 Millionen Euro pro Jahr. Diese sollen ab 2009 in voller Höhe erreicht werden. Der Zusammenschluss werde voraussichtlich zu einer deutlichen Wertsteigerung für die Aktionäre führen, hieß es. (stl)

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