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Politik

Menschlicher Diplomat

Der Däne Sören Jessen-Petersen wird neuer Chef der UN-Zivilverwaltung im Kosovo. UN-Generalsekretär Kofi Annan ernannte ihn zum Nachfolger des Finnen Harri Holkeri, der Ende Mai zurückgetreten war.

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Der Mann für den Kosovo - Sören Jessen-Petersen

Graumelierte Haare, adretter Scheitel und stets höflich-zurückhaltend. Sören Jessen-Petersen ist von Natur aus ein Diplomat. Nach Ansicht vieler seiner Beobachter, verbindet er den "Mut zur eigenen Meinung“ mit dem "Glauben an politische Kompromisse“. Viele Gründe, um eine solide Karriere bei den Vereinten Nationen (UN) zu starten.

Turbokarriere in Genf

Der gelernte Rechtsanwalt und Journalist arbeitet bereits seit mehr als 30 Jahren für die UN. Mitte der 1980er Jahre wurde auf seine Initiative hin das nordische Regionalbüro des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) eröffnet. Er repräsentierte bis 1989 die Belange des UN-Flüchtlingskommissariats in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Island. In den 1990er Jahren zog er dann von Stockholm nach Genf und stieg zum Büroleiter des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge auf.

Seine Fähigkeit, große Zusammenhänge schnell zu erfassen und juristische Genauigkeit mit Menschennähe zu kombinieren, machte ihn 1998 zum stellvertretenden Leiter des UN-Flüchtlingskommissariats.

Zurückhaltend und kritisch

Zuvor hatte er sich unter anderem als Sonderbeauftragter der UNHCR in Sarajewo eingesetzt. Er wachte über die Einhaltung des Dayton Abkommens, und koordinierte die Rückkehr von vier Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in das ehemalige Jugoslawien. Obwohl er aus einer gutsituierten Familie stammt, verlor Jessen-Petersen nie den Blick für die Unterpriviligierten.

Als überzeugter Humanist, bewies der sonst so zurückhaltende 59jährige, das er in bestimmten Situationen auch offen Kritik ausüben kann. Als es zu Verzögerung bei der finanziellen Unterstützung für die Kosovo-Hilfe kam, beklagte er öffentlich die Zahlungsmoral der Geberländer. Erst im Februar hatte sich Jessen-Petersen als Repräsentant der Europäischen Union nach Skopje zurückversetzten lassen.

Sören Jessen-Petersen hat neben seinen Aufgaben bei den Vereinten Nationen auch zahlreiche wissenschaftliche Essays veröffentlicht und sich als Kommentator für Printmedien einen Namen gemacht. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

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