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Welt

Menschenrechtspreis für russische Organisation

Der Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments geht in diesem Jahr an die russische Menschenrechtsorganisation Memorial. Das Parlament will damit einen Beitrag zur "Bekämpfung der Angst" leisten.

Ljudmila Alexejewa (Foto: ITAR-TASS/dpa)

Die führende Memorial-Mitarbeiterin Ljudmila Alexejewa

Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial erhält in diesem Jahr den Sacharow-Preis für Geistesfreiheit des Europaparlaments. Das gab Parlamentspräsident Jerzy Buzek am Donnerstag (22.10.2009) in Straßburg bekannt. Namentlich genannt werden in der Entscheidung des Europaparlaments die führenden Memorial-Mitarbeiter Ludmilla Alexejewa, Oleg Orlow und Sergej Kowalew.

Ohne Angst arbeiten

Buzek würdigte den Einsatz der Organisation für die Menschenrechte. In der ganzen Welt bräuchten Menschenrechtler Freiheit und müssten ohne Druck und Angst arbeiten können. Er sprach von einer Tragödie für ganz Europa, dass im heutigen Russland Menschen, die nach Wahrheit suchten, ihre Tätigkeit nicht frei und ungehindert ausüben könnten. Der polnische Europaparlaments-Präsident erklärte, wegen seiner Herkunft aus der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc sei er besonders froh, dass Memorial den Preis erhalten habe.

Logo der Menschenrechts-Organisation Memorial

Logo der Menschenrechts-Organisation Memorial

Memorial wurde 1988 vom Namensgeber des Preises, Alexander Sacharow, gegründet. Ursprünglich setzte sich die Organisation für ein Mahnmal für die Opfer des Stalinismus ein. Inzwischen steht im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit der Schutz der Menschenrechte in Russland. Außerdem hilft sie Flüchtlingen und Opfern von Diskriminierung. 2004 hatte die Organisation bereits den Alternativen Nobelpreis erhalten.

Verleihung Mitte Dezember

Sergej Kowalew (Foto: dpa)

Der führende Memorial-Mitarbeiter Sergej Kowalew

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird am 16. Dezember überreicht. Er ist nach dem einstigen sowjetischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow benannt und wird seit 1988 jährlich an Personen verliehen, die sich für die Menschenrechte und die Demokratie einsetzen. Im vergangenen Jahr war der Preis an den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Hu Jia gegangen. Dies hatte zu einer Verstimmung mit der Regierung in Peking geführt. Zu den Preisträgern vergangener Jahre gehörten die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, der südafrikanische Ex-Präsident Nelson Mandela sowie die Vereinten Nationen und ihr damaliger Generalsekretär Kofi Annan.

Autor: Herbert Peckmann (kna, dpa, afp)

Redaktion: Michael Wehling

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