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Top-Thema – Podcast

Mensch und Affe

Wie unterscheidet sich die Intelligenz des Menschen von der des Affen? Das testet Esther Herrmann, Forscherin des Max-Planck-Instituts. Es treten gegeneinander an: das Mädchen Greta und der Schimpanse Frodo.

Erste Aufgabe: Rechnen. Wer erkennt, welche von zwei Mengen die größere ist? Forscherin Herrmann stellt zwei Teller vor die zweijährige Greta. Auf dem einen liegen zwei Würfel, auf dem anderen sechs. Greta soll den Teller auswählen, auf dem mehr Würfel sind. Klare Aufgabe, klare Reaktion: Greta greift ohne Zögern zum Sechs-Würfel-Teller.

Dann ist Frodo an der Reihe. Statt Würfel bekommt er Rosinen. Auch Frodo nimmt sich zielsicher den Teller mit der größeren Anzahl. Ergebnis: Beim Verständnis von Zahlen und Mengen schneiden Kind und Affe gleich gut ab. Sind Kinder und Schimpansen also gleich intelligent? "Nein", erklärt Herrmann. "Der Unterschied zeigt sich, wenn es um kommunikative Fähigkeiten geht."

Die Forscherin stellt zwei umgedrehte Becher nebeneinander. Unter einem der Becher befindet sich ein Stück Obst. Auf diesen Becher zeigt sie mit dem Finger. Greta versteht sofort, wo das Stückchen Obst versteckt ist. Sie versteht diese Zeigegeste als Hinweis, etwas zu finden. Anders Schimpanse Frodo: Er versteht die Geste nicht und greift wahllos nach dem einen oder dem anderen Becher. Auf dem Gebiet der Kommunikation ist der Affe eindeutig schlechter als das Kind, so das Resultat der Forscherin.

Psychologin Monika Keller bestätigt, dass dieses Ergebnis kein Zufall ist. Sie erklärt, dass die Menschen ein solches Verhalten von klein auf lernen: Wenn Eltern auf etwas zeigen, folgt das Kind mit dem Blick. Menschen erwerben in ihrer Entwicklung die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und ihre Gedanken zu verstehen. Keller erklärt: "Das sind natürliche Eigenschaften, die Tiere nicht besitzen". Tests wie der mit Greta und Frodo zeigen: Menschen sind bei der Kommunikation intelligenter, Tiere bei der Nahrungssuche.

Glossar

Intelligenz, die – die Fähigkeit, Dinge zu verstehen

Forscher/in, der/die – der/die Wissenschaftler/in; jemand, der wissenschaftlich arbeitet

gegeneinander antreten – ausprobieren, wer in einer Sache besser ist

Schimpanse/Schimpansin, der/die – ein Affe aus der Familie der Menschenaffen

Würfel, der – ein Gegenstand mit sechs gleich großen Seiten

jemand ist an der Reihe – jemand muss jetzt etwas tun

Rosine, die – die getrocknete Traube

zielsicher – so, dass man genau weiß, was man tut

Anzahl, die – die Menge

gut abschneiden – Erfolg haben; etwas gut machen

kommunikativ – so, dass es sich auf die Verständigung bezieht

Fähigkeit, die – die Tatsache, dass man etwas kann (Adjektiv: fähig)

umgedreht – mit der oberen Seite nach unten

Becher, der – das Trinkgefäß (meist nicht aus Glas)

Zeigegeste, die – die Bewegung, mit der man in eine bestimmte Richtung zeigt

wahllos – ohne ein bestimmtes Ziel

Psychologe, Psychologin, der/die – der/die Wissenschaftler im Bereich der Psychologie

von klein auf – seit der Kindheit

mit dem Blick folgen – in eine bestimmte Richtung gucken

etwas erwerben – hier: etwas lernen

sich in andere hineinversetzen – verstehen, was andere denken

Fragen zum Text

1. Wer hat ein besseres Zahlenverständnis – das Mädchen oder der Affe?

a) Das Mädchen, weil sich der Affe nur zufällig für den richtigen Teller entscheidet.

b) Der Affe, weil er schneller nach dem richtigen Teller greift.

c) Keiner der beiden – sie haben beide ein gutes Verständnis für Mengen.

2. Wie testet Eva Herrmann die kommunikativen Fähigkeiten von Greta und Frodo?

a) Sie lässt sie zwischen Rosinen und Obst wählen und beobachtet ihre Reaktionen.

b) Sie gibt ihnen Rosinen und testet, ob sie diese gerecht teilen.

c) Sie macht eine Geste und prüft, ob die beiden diese richtig verstehen.

3. Bei dem Test mit dem Becher geht es darum, …

a) das richtige Gefühl dafür zu haben, wo die Nahrung versteckt ist.

b) kommunikative Fähigkeiten zu testen.

c) zu lernen, Gesten so zu machen, dass jeder sie verstehen kann.

4. Menschen haben eine höhere kommunikative Intelligenz als Affen, weil …

a) die Kommunikation bei den Menschen schon für kleine Kinder eine wichtige Rolle spielt.

b) Affen die Tiere mit der geringsten Intelligenz sind.

c) sie die Kommunikation durch Spiele – z. B. mit Bechern und Obst – üben.

5. Schon von klein … lernen Menschen kommunikatives Verhalten.

a) an

b) ab

c) auf

Arbeitsauftrag

Zwar können Tiere nicht wie Menschen sprechen, aber auch sie haben die Fähigkeit miteinander zu kommunizieren. Diskutieren Sie mit Ihrem Partner darüber, welche unterschiedlichen Informationen unter Tieren ausgetauscht werden müssen und weshalb diese Informationen wichtig sein könnten. Wenn nötig, recherchieren Sie im Internet.

Autor/in: Klaus Dartmann/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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