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Kultur

Men, War & Peace: Eine kontrastreiche Fotoausstellung

Kriegsbilder neben Lifestyle-Inszenierungen und Männerporträts. Die Ausstellung "Men, War & Peace" provoziert mit einer Zusammenstellung von Werken der Fotografen Helmut Newton, James Nachtwey und David LaChapelle.

Die US-amerikanischen Fotografen James Nachtwey und David LaChapelle

Krieg und Lifestyle: die Fotografen Nachtwey und LaChapelle haben unterschiedliche Themen

Ein Nebeneinander von Leid und Glamour. Schwarz-Weiß-Fotografien von Krieg und Elend einerseits, grellbunte Pop-Inszenierungen von Hedonismus und Hollywood andererseits. Die Helmut-Newton-Stiftung in Berlin zeigt neben Männerporträts von Newton Bilder des renommierten Kriegsfotografen James Nachtwey und des bekannten Lifestyle-Fotografen David LaChapelle. Der vor zwei Jahren verstorbene Helmut Newton habe seine Kollegen Nachtwey und LaChapelle sehr verehrt, sagte Newtons Witwe June bei der Vorstellung der Ausstellung am 1. Dezember, die noch bis 20. Mai 2007 zu sehen ist. Es sei sein Wunsch gewesen, neben seinen eigenen Bildern auch das Werk anderer Künstler auszustellen. "Men, War & Peace" tut nun genau das. Die Ausstellung provoziert durch die Gegensätzlichkeit ihrer Motive. "Ein Wechselbad der Gefühle", sagt Kurator Matthias Harder.

Wegrennen oder einmischen?

Warum diese kontrastreiche Zusammenstellung? Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Bildern? Der Kriegsfotograf James Nachtwey sagt, er habe welche gefunden, unter der Oberfläche. "Davids Bilder haben auch sehr viel mit Gewalt zu tun, das haben sie mit meinen gemeinsam." Ihn hätte das Nebeneinander seiner Bilder mit denen seines Kollegen LaChapelle zum Nachdenken angeregt. "Ist es richtig, wegzurennen? Oder sollten wir uns einmischen in die Welt, in der wir leben?"

Politik und Fotografie: Unterschiedliche Versionen vom Krieg

Nachtwey hat für sich eine Antwort gefunden: Einmischen! Er geht mit seiner Kamera immer nahe ran an die Kriegsschauplätze der Welt: Afghanistan, Tschetschenien, Irak, New York City am 11. September 2001 - die Ausstellung zeigt erschütternde Szenen: Verstümmelung, Unterdrückung, Angst, Hoffnungslosigkeit. Nachtwey will etwas bewirken mit seinen Bildern. "Politiker erzählen eine Version über Kriege, Fotografen eine andere. Und irgendwann ist eine kritische Masse an Bildern erreicht, die die vorgegebenen Kriegsgründe hinterfragen."

Die Fotografen James Nachtwey und David LaChapelle Quelle: DW

Wegrennen oder einmischen?

Kitschig, morbid, zufällig

David LaChapelles Bilder erzählen noch eine dritte Version über die Welt - abseits von grausamen Kriegsszenarien. Seine Fotos von Promis in kitschigen wie morbiden Szenen zeigen, wie er sagt, "Obsessionen" oder einfach "die menschliche Natur". Auf dem Bild "Abendmahl" sitzen Rapper rund um Jesus, Model Naomi Campbell wird von einem Astronauten mit heruntergelassener Hose bedrängt, Paris Hilton streckt dem Fotografen den Mittelfinger entgegen. Er dokumentiere lediglich, er beurteile nicht, sagt LaChapelle. Seine Fotografien sind anders als die puren Aufnahmen von Nachtwey üppige Motivkompositionen. Neben der Fotografie verwendet er auch andere Methoden, beispielsweise Airbrush oder Zeichnungen. LaChapelles Werke entstehen trotz Arrangement oft zufällig, sagt er. Dass der Mann, den Courtney Love auf dem Bild "Pieta" als Jungfrau Maria in den Armen hält, aussieht wie ihr verstorbener Mann Kurt Cobain, sei einfach plötzlich so gewesen. Über die Entstehung des Bildes wird in der Ausstellung ein kurzer Dokumentarfilm gezeigt.

Freud und Leid auf engstem Raum

Die Männerporträts von Helmut Newton halten sich in der Ausstellung vornehm zurück. Deutsche Kanzler, amerikanische Schauspieler, internationale Sänger statt der von Newton sonst bekannten "Big Nudes", der großen Frauenakte. Der verstorbene Gastgeber bietet vor allem seinen Gästen Raum für ihre Werke. Einen Raum, in dem Freud und Leid nahe beieinander liegen.

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