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Melanias Initiative

Melania Trump öffnet Kinosaal im Weißen Haus

George W. Bush schaute dort Kriegsfilme und Richard Nixon sah gern Musicals. Bisher luden die US-Präsidenten nur ihre Gäste ins Kino im Weißen Haus. Nun hat Melania Trump beschlossen: Auch Touristen dürfen hinein.

USA Kino im Weißen Haus in Washington (picture-alliance/dpa/Consolidated News Photos/P. Souza)

Der ehemalige Präsident Omaba begrüßte 2012 Gäste zu einer Vorführung von "Men in Black 3" im Weißen Haus

Bislang gehörte das 1942 eingerichtete Kino nicht zu den Besichtigungstouren, die durch den Amtssitz des US-Präsidenten führen. Die Präsidentengattin Melania Trump entschied nun, den Vorführraum für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Besucher sollten "soviel Zugang wie möglich zur reichhaltigen Geschichte und den wunderbaren Traditionen" des Weißen Hauses haben, erklärte sie zur Begründung.

Die Touren durch das Weiße Haus führen bisher unter anderem durch mehrere repräsentative Räume und die Bibliothek. Sie stehen Besuchern aus dem Ausland allerdings im Normalfall nicht offen. US-Bürger müssen die Tickets weit im Voraus über ihren jeweiligen Kongressabgeordneten reservieren.

Einstand mit "Birth of a Nation"

Das nun ebenfalls zu den Touren gehörende Kino, auch bekannt als Family Theater, ist im Ostflügel des Weißen Hauses untergebracht. Präsident Franklin Delano Roosevelt ließ es in einer ehemaligen Garderobe installieren. Der erste Film, der dort gezeigt wurde, war "Birth of a Nation", ein umstrittener Stummfilm aus dem Jahr 1915. Er schildert den Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) und löste eine Kontroverse über eine angebliche Glorifizierung des Ku Klux Klan aus.

Ronald Reagan ließ den Saal in den 1980er Jahren renovieren. Damals wurden dort 51 Sitze in gestufter Anordnung untergebracht. Das Family Theater wurde von den Präsidenten mit unterschiedlicher Intensität genutzt. Dwight D. Eisenhower (1953 bis 1961) war unter den US-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte einer der größten Filmliebhaber. Er schaute in dem Kino vor allem Western, am liebsten mit Gary Cooper.

Kinoliebhaber Jimmy Carter

Ein noch größerer Kinofan war Jimmy Carter (1977 bis 1981). Er schaute während seiner Zeit im Weißen Haus 480 Filme und veranstaltete zwei bis drei Kino-Abende pro Woche. Als ersten Film nach seinem Amtsantritt ließ er in dem Saal das Politdrama "Die Unbestechlichen" ("All The President's Men") über die Watergate-Abhöraffäre vorführen, die zum Rücktritt Richard Nixons geführt hatte.

Der amerikanische Präsident Donald Trump ließ dort kurz nach seiner Vereidigung für Familie und Mitarbeiter den Animationsfilm "Findet Dorie" laufen. Er nahm nach Angaben eines Sprechers nur kurz am Anfang an der Vorführung teil. Der Film wurde am Sonntag nach Trumps Amtseinführung gezeigt, als draußen im Land Proteste gegen das später gerichtlich gestoppte Einreisedekret des neuen Präsidenten tobten. Trump verbringt laut Medienberichten seine freien Abende im Weißen Haus bevorzugt vor dem Fernseher, wo er vor allem Nachrichtensendungen schaut.

kle/rk (afp, ape, www.whitehousemuseum.org/east-wing/theater.htm)

 

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