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Musik

Melancholie ist kein Unglück

Laura López Castro ist in Schwaben aufgewachsen, doch ihre Musik ist alles andere als deutsch. Ihre Lieder verbinden spanische Poesie mit den Rhythmen Lateinamerikas zu einem nachdenklichen Gesamtkunstwerk.

Die deutsch-spanische Musikerin Laura Lopez Castro (Foto: Jens Kalaene/dpa)

Laura López Castro singen oder sprechen zu hören, sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Denn es ist schwer in Einklang zu bringen, dass diese lebenslustige junge Frau so melancholische Songs mit sehr nachdenklichen Texten singt. Die Sängerin mit den kurzen dunklen Locken und den großen ausdrucksstarken Augen ist in Schwaben aufgewachsen und hat spanische Wurzeln. Gerade hat sie eine neue CD mit dem Titel "Optativo". auf den Markt gebracht Sogar Seminare in der Uni hat Laura López Castro besucht, um die Bedeutung von "Optativo" näher zu ergründen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wunschformen. Was sie damit sagen will? Die Botschaften ihrer Lieder sollen nicht plump rüber kommen, sondern eher zwischen den Zeilen. Das erste Lied "Prólogo" handelt vordergründig von den ertrunkenen Flüchtlingen zwischen Afrika und Spanien. Aber das Lied könnte auch für andere Katastrophen stehen. "Jeder soll sich seine für ihn passende Interpretation heraus ziehen", sagt die Sängerin.

Suche nach der Identität

CD-Cover Optativo (Foto: DW)

Das Album Optativo

Laura López Castro ist gerade 30 Jahre alt geworden. Die Spaghettiträger ihres luftigen Hosenanzugs legen ihre Schultern frei, auf denen jeweils ein Stern-Tattoo eingraviert ist. Mit lebhaften Gesten spricht sie über ihre Begeisterung für Pop und Rock. Doch für ihre eigenen Kompositionen orientiert sie sich an Musik, die eher vor ihrer Zeit liegt: an lateinamerikanischen Klängen der 70er Jahre, Liedern des chilenischen Musikers Victor Jara, Bossa Nova und Jazz. Außerdem ist ungewöhnlich, dass Laura López Castro nur in Spanisch und Portugiesisch singt. Und das, obwohl sie in Deutschland aufgewachsen ist und Deutsch die Sprache ist, die sie am besten beherrscht. Es waren bereits ihre Großeltern, die aus Spanien einwanderten. Und ihre Eltern blieben in Deutschland, weil sie während der Diktatur Francos nicht zurückkehren wollten. Laura López Castro hat sich intensiv mit dem Leben ihrer Großeltern auseinander gesetzt und sich gefragt, wie wohl das Gefühl sei, fremd zu sein in einem Land. "Melancholie ist kein Unglück, sie lässt einen das echte Leben so spüren", sagt die Sängerin. Im Grunde genommen sei sie ein sehr lebensfroher Mensch.

Der musikalische Gefährte

Die deutsch-spanische Musikerin Laura Lopez Castro im Konzert (Foto: Jens Kalaene/dpa)

Laura in Concert

Zusammen mit dem 20 Jahre älteren Gitarristen Don Philippe - alias Philipp Kayser - hat Laura López Castro ihre drei Alben produziert. Das erste erschien 2006, das zweite bereits ein Jahr später. Hier interpretieren die beiden Künstler klassischen Bossa Nova und Jazz. "Die Platten hätten auch aus den 60ern stammen können", sagt Laura López Castro. Fast täglich habe sie mit Philippe Kayser damals zusammen gearbeitet. In den letzten Jahren dann sind sie eigene Wege gegangen. Jeder hat für sich ein bisschen experimentiert und Ideen gesammelt. Drei Jahre sind vergangen, bis nun das dritte Album "Optativo" von Laura López Castro & Don Philippe erschienen ist. Die Einflüsse von Jazz und Bossa Nova sind nach wie vor erkennbar, die Akkorde und die Arrangements aber haben sie vereinfacht. Und zu guter Letzt an der Akustik gebastelt: Wie klingt zum Beispiel die Gitarre, wenn man Klopapier in die Saiten einflicht?

Laura López Castro und Don Philippe sind derzeit auf Konzerttournee durch Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Autorin: Tini von Poser

Redaktion: Matthias Klaus

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