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Meisterhaftes

Künstler wollen Meisterhaftes vollbringen, Sportler Meisterschaften gewinnen. Manche schaffen Meisterstücke, andere Meisterwerke. Nicht alle Meister fallen vom Himmel. Ganz besondere sind die Herren Lampe und Petz.

Der deutsche Komponist Richard Wagner hat ihn zum Thema einer seiner Opern gemacht: den Meister. Dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und wahrhaft Meisterhaftes erst durch hartes Üben erreicht werden kann, drückt sich in den "Meistersingern von Nürnberg" so aus: erst einmal Namen auswendig lernen, dann sie meisterhaft singen können. Dabei muss die Stimme klar, der Ton nicht zu hoch und nicht zu tief angesetzt sein. Richtiges Atmen ist wichtig und – Zitat – "vor dem Wort mit der Stimme ja nicht summen, nach dem Wort mit dem Mund auch nicht brummen."

Die Meistersinger


Szene aus der Oper Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner

"Die Meistersinger von Nürnberg" bereiten sich vor

Das Wort Meistersinger hat zwei Bedeutungen. Zum einen gibt es Sänger, die Meister in ihrem Fach sind, die also besonders gut singen. Zum anderen gab es in der frühen Neuzeit – zu dieser Zeit spielt Wagners Oper – eine Zunft der Meistersänger. Diese bildete Lehrlinge aus. Wer einen Meistertitel erringen wollte, musste ein wirkliches Meisterstück vortragen. Diejenigen, die unterlagen, hatten in dem Sieger ihren Meister gefunden.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden – vergleichbar mit den heutigen Gesangsvereinen – so genannte Singbruderschaften. Bürger und Handwerker trafen sich in Kirchen, um gemeinsam zu singen. Daraus entwickelten sich Singschulen, in denen nach strengen Regeln unterrichtet wurde. Fast alle Lehrer und Schüler waren Meister in ihren jeweiligen Handwerken. Man konnte also zum Beispiel Bäckermeister und Meistersinger zugleich sein.

Lohn und Fron

Eine Gruppe beim Singen

Üben, um ein Meister zu werden

Das Wort Meister taucht schon im 8. Jahrhundert im Mittel- und Althochdeutschen als meister beziehungsweise meistar in der Bedeutung "Meister, Vorstand, Anführer" auf. Seit dem 13. Jahrhundert wird es in der Bedeutung eines ausgebildeten, geprüften und meist selbstständigen Handwerkers verwendet. Nicht selten schmücken schön eingerahmte Meisterbriefe als Bestätigung des Prüfungserfolgs die Orte, an denen Meister tätig sind.

Vor den Erfolg haben die Götter jedoch den Schweiß gesetzt. Denn schließlich macht erst Übung den Meister. Wer Meister werden will, muss erst in die Lehre. Hat er alle Aufgaben gemeistert, steigt er auf zum Gesellen. Früher war es üblich, mehrere Jahre auf die Walz zu gehen, bei anderen Handwerkern im In- und Ausland zu lernen, bevor man die Meisterprüfung beginnen konnte. Heutzutage ist dieser Brauch weitgehend ausgestorben.

Meisterhand an Meisterwerk

Buchcover: ein Maulwurf und ein Hase

Meister Lampe im Gespräch mit dem kleinen Maulwurf

Meister ihres Faches bringen meist Meisterwerke hervor. Wahre Meisterwerke – ob in Kunst, Musik oder der Literatur zum Beispiel – begeistern auch Jahrhunderte nach ihrem Entstehen. So erscheint eine Mona Lisa wie von Meisterhand gemalt.

Meister gibt es auch in der Tierwelt. Meister Lampe ist nicht etwa ein Künstler im Reparieren von kaputten Leuchten, sondern der Märchen- beziehungsweise Fabelname für den Hasen. Und Meister Petz? Ursprünglich war Petz eine Koseform für den Namen Bernhard. Später wurde das Wort als Synonym für einen Bären verwendet, ebenfalls meist in Märchen und Fabeln.

Meistertitel und Meisterdetektive

Van Bommel hält den Meisterpokal nach dem Gewinn des Bundesliga-Meistertitels 2010 in die Höhe

Meister mit der Meisterschale in der Hand!

Wahre Meisterstücke vollbringen nicht nur Sänger und Handwerker, sondern auch Sportler. Bei Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften messen sie sich. Egal, ob es etwa um Kirschkernweitspucken, Tanzen, Baumklettern, Boxen oder Fußball geht: Am Ende lockt der Meistertitel. Der Beste unter den Besten zu sein – wie bei den Meistersingern.

Meisterdetektive sind ebenfalls wahre Meister. Im Herausfinden von Verborgenem, von Verbrechen, von Betrügereien jeder Art. Wem käme da nicht Sherlock Holmes, Miss Marple, Philip Marlowe oder Hercule Poirot in den Sinn – vier Meisterdetektive, die unterschiedliche Ermittlungsmethoden haben. Eines eint sie jedoch: Am Ende werden die Schurken zur Strecke gebracht.

Meisterliches Geschick der Bürgermeister

Der Schauspieler Roland Young als Sherlock Holmes

Er löste selbst unlösbar erscheinende Fälle

Als Meisterdetektive können sich aber manchmal auch Bürgermeister und Oberbürgermeister entpuppen. Nämlich im Herausfinden, wo noch gespart oder was noch gefördert werden kann. Die Bürgermeister, die – wenn man so will – "Anführer der Gemeinde oder Stadt" müssen die Fähigkeit besitzen, zum Wohle aller Bürger zu handeln. Das ist nicht einfach und dafür braucht man wahrlich meisterliches Geschick.

Der ein oder andere Bürger- oder Oberbürgermeister kann sogar einen Magister Artium vorweisen – wörtlich übersetzt Meister der Künste. Nicht jeder aber ist zufrieden und glücklich damit, wie Doktor Faustus in Goethes "Faust I": Er hat "Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert mit heißem Bemühen". Am Ende aber steht er da, der "arme Tor und ist so klug als wie zuvor".

Der Abgesang

Nichtsdestotrotz: Was der poetische Schuster Hans Sachs in Wagners Meistersingern äußert, sollte eigentlich für alle gelten, die Meister ihres Faches sind: "Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst!"

Fragen zum Text

Die Redewendung jemand ist ein Meister in seinem Fach bedeutet, dass …

1. jemand eine Sache besonders gut beherrscht.

2. jemand einen Meistertitel besitzt.

3. jemand eine bestimmte Fähigkeit nur in einem Bereich hat.

Ein Hase wird in der Literatur auch bezeichnet als …

1. Meister Petz.

2. Meister Isegrim.

3. Meister Lampe.

Die wissenschaftliche Bezeichnung für Meister der Künste ist: …

1. Bachelor.

2. Magister Artium.

3. Doktorandus.

Arbeitsauftrag

Es gibt Meisterschaften in allen möglichen Bereichen, bei denen Meistertitel locken. Suchen Sie sich einen Bereich heraus, der nicht so bekannt ist, zum Beispiel das Kirschkernweitspucken. Beschreiben Sie, wie so eine Meisterschaft verläuft.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Eva-Maria Hewig

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