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Kultur

Meister des direkten Blickes - Thomas Ruff

Porträts und Fassaden - das sind Thomas Ruffs bekannte fotografischen Motive. Aber sein Repertoire reicht viel weiter, wie Ruffs Fotoserien der letzten 20 Jahre in Baden-Baden zeigen.

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Thomas Ruff, Passfoto aus dem Passfotoautomat, ca. 1996

Schlichte Direktheit

Die direkten Blicke auf alles was sich bewegt, und vor allem nicht bewegt, haben ihn berühmt gemacht: Thomas Ruff, geboren 1958, blickt auf eine lange Künstlerkarriere als Fotograf zurück. Seine Werke aus zwanzig Jahren werden gegenwärtig in Baden-Baden gezeigt. Die staatliche Kunsthalle hat ihm eine Werkschau gewidmet, schlicht "Thomas Ruff, 1979 bis heute" genannt.

Schlicht, so wirken auch seine Werke für viele Betrachter, denn Thomas Ruff ist vor allem mit strengen formalen Fotos und scheinbar einfach wirkenden Motiven berühmt geworden.

Ruffs Fotografien werden zum Spiegel der Gesellschaft

Thomas Ruff, Interieur 14B 1980

(Zell am Hamersbach) Chromogener Farbabzug, 27,5 x 20,5 cm

Schon mit 23 Jahren, noch als Student in der Düsseldorfer Kunstakademie, beginnt Ruff mit Motiven und Situationen zu arbeiten, die ihn umgeben. In seiner Heimat, dem Schwarzwald, sowie in seiner Düsseldorfer Studentenbude entsteht die Serie "Interieurs" (1979-1983). Aufnahmen von Räumen und Details, die auf der einen Seite sachlich und distanziert sein sollten, auf der anderen Seite den Charakter und die Stimmung wiedergeben sollten - ein Anspruch, der wahrgenommen wurde. Ruffs Aufnahmen werden früh in internationalen Galerien und Kunstinstitutionen gezeigt. Seine Interieurs spiegelten das Still-Leben einer Generation wider, ein Blick hinter die Fassaden einer kleinbürgerlichen Welt. Seine Aufnahmen warfen gleichzeitig die Frage auf, ob Fotografie Kunst sein kann. Eine Frage, die Ruff immer wieder gestellt worden ist.

Konfrontierende Blicke

Thomas Ruff, Porträt, 1989 (A. Giese)

Thomas Ruff, Porträt, 1989 (A. Giese) Chromogener Farbabzug, Dia-Sec Face, Holzrahmen, 210 x165 cm, Rechte: Thomas Ruff, Leihgabe Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

Von der Abbildung eines Bettes, Tisches oder Stuhls geht Ruff in den 80er Jahren zur Darstellung von Gesichtern über. Er beginnt mit Porträts zu experimentieren; dieser fotografische Stil machte ihn schließlich berühmt. Als Protagonisten wählte er Freunde und Bekannte aus. Er selbst nahm sich nicht aus. Ihre Gesichter kennzeichnet der immer wieder gleiche Ausdruck: Starr und scheinbar regungslos schauen sie - im Großformat - den Betrachter frontal an, von Ruff so gewollt. Dafür erntete er Kritik aus den eigenen Reihen: "Die ganzen Porträtfotografen haben gesagt, dass Thomas Ruff keine Porträts machen kann", so Ruff über sich selbst in einem Interview mit DW-TV.

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