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Veranstaltungen

Meinung, Macht und Mut

Bonn – Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit diskutierte eine Expertenrunde Ende April im DW-Funkhaus die Frage: Kann man Pressefreiheit lernen? Eine Veranstaltung im Rahmen der DW-Reihe „Dialog der Welt“.

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Journalisten-Fortbildung als ein Schlüssel zur Pressefreiheit: (v.l.) Thorsten Karg, Emanuil Vidinski, Moderator Lutz Warkalla, Ella Wassink und Vladimir Dorokhov

Lassen sich ethische Werte der journalistischen Verantwortung und Freiheit in Fortbildungsangeboten vermitteln? Thorsten Karg, Trainer der DW-AKADEMIE, verwies darauf, dass alle DW-Kurse nicht nur journalistisches Handwerk, sondern „immer auch Grundlagen der Ethik vermitteln. Diskussionen zur Rolle und zum Selbstverständnis von Journalisten gibt es in jedem Workshop.“

Die multinationale Zusammensetzung fördere zudem den kritischen Austausch der Teilnehmer untereinander, so Karg. Das Freiheitsverständnis sei zum Teil sehr unterschiedlich, die Trennung von Meinung und Information häufig unscharf. Hier liege ein Schwerpunkt in den Kursen der DW-AKADEMIE.

Noch immer gilt freilich, dass zwei Drittel der Menschheit mit teilweise massiven Einschränkungen der Medienfreiheit leben. Reporter ohne Grenzen zufolge war 2005 gar das seit langem mörderischste Jahr für Journalisten. Moderator Lutz Warkalla vom Bonner General-Anzeiger nannte die Zahlen: Weltweit wurden 63 Medienvertreter getötet, 1.300 attackiert, mehr als 800 inhaftiert.

Beispiel Weißrussland: Präsident Lukaschenko zählt zu den schärfsten Widersachern der Pressefreiheit. „Er steht für die Vergiftung der Medien“, so Vladimir Dorokhov vom Belarussischen Programm von DW-RADIO. Jüngsten Studien zufolge würden 50 Prozent der Bevölkerung den staatlichen Medien mehr Glauben schenken als Stimmen von außen. Für Dorokhov „ein Ergebnis der Propaganda“. Die Presse sei sehr polarisiert und das Internet biete zwar einen gewissen Freiraum, sei aber für die meisten Weißrussen noch „ein teures Spielzeug“.

Der bulgarische Nachwuchsjournalist Emanuil Vidinski berichtete hingegen von positiven Erfahrungen. Er habe bisher stets frei berichten können. Seit der Öffnung zum Westen hätten Journalisten in Bulgarien einen „Crash-Kurs in Sachen Pressefreiheit“ gemacht. Und sie seien sehr engagiert, wie Ella Wassink vom Deutschen Presserat bescheinigte: „Bulgarien hat sehr aktive Mitglieder in internationalen Journalistenverbänden.“ Vidinski verwies indes auf subtilere Formen der Einschränkung und Einschüchterung. Es sei daher wichtig, in Fortbildungsmaßnahmen Professionalität und ethische Grundlagen gleichermaßen zu stärken, so der Bulgare, der soeben an einem Kurs der DW-AKADEMIE teilgenommen hatte.

Auch Thorsten Karg zeigte sich überzeugt, man müsse weiterhin die Chancen nachhaltiger Fortbildung nutzen. Karg verwies auf „Friedensjournalismus“ als einen aktuellen Schwerpunkt der DW-AKADEMIE. „Dabei setzen wir auf Verständigung und Ausgleich statt auf Konfrontation“. Solche Kurse würden in jüngster Zeit sogar von Partnern in Ländern wie Iran oder Sudan angefragt. Das, so hob auch Intendant Erik Bettermann zum Tag der Pressefreiheit hervor, sei ein bemerkenswertes Zeichen der Hoffnung.

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  • Datum 03.05.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/891a
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Martina Bertram

T +49.228.429-2055 martina.bertram@dw.com