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Kultur

Mein deutsch-kenianisches Weihnachten

Erlebte Weihnachtsgeschichten: DW-Mitarbeiter aus aller Welt erzählen ihre persönlichen Geschichten zu Weihnachten. Heute von langem und kurzem Feiern.

Josephat Nyiro-Charo, geboren 1976, kommt aus Shariani, einem Dorf an der kenianischen Küste. Seit 2004 lebt er in Deutschland und arbeitet als Redakteur für die Kisuaheli Redaktion. 2012 kam seine Frau nach Deutschland und im März wurden die Zwillinge Daniel und David geboren. Zu Weihnachten erzählt er:

Mein erstes Weihnachten in Deutschland habe ich mit einer Kollegin und deren Familie gefeiert. Dabei habe ich eine Überraschung nach der anderen erlebt. Als erstes hat mich das Datum überrascht: Denn bei uns in Kenia feiern wir am 25. Dezember, aber hier in Deutschland ist der 24. viel wichtiger als 25.

Weihnachtsessen und Weihnachtsbaum

Als nächstes habe ich mich sehr über das Essen gewundert. Es gab Fondue, alle saßen an einem großen Tisch und jeder sollte das Essen für sich selbst zubereiten. Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte ... ein Stück Käse hier, ein Stück Fleisch da und dann für ein paar Minuten braten. Dann fangen alle an zu essen. Das war mir alles sehr fremd. Außerdem war ich es auch nicht gewohnt mit Messer und Gabel zu essen, weil man bei uns die Hände benutzt.

Und es gab diesen Weihnachtsbaum, mit Geschenken für alle darunter. Auch das gibt es in Kenia nicht, schon gar nicht in den Dörfern. Höchstens in den großen Städten und dann auch erst am 26. Dezember. Die Geschenke werden nicht an einer Stelle abgelegt, man überreicht sie persönlich, wenn man sich trifft.

Weihnachtsfeiern

Bei uns in Kenia ist es auch Brauch, am 24. Dezember in die Kirche zu gehen. Wir singen und tanzen dann die ganze Nacht! Wir fangen aber eher langsam an zu feiern. Die meisten gehen in die Kirche, manche in die Disco, dort wird dann die ganze Nacht bis in den Morgen getanzt. Am 25. Dezember ist gemeinsames Frühstück, die ganze Familie kommt zusammen. Wir essen, ruhen uns aus und essen weiter: Nach dem traditionellen Pilau-Gericht gehen dann sie meisten schwimmen. Wir wohnen ungefähr zwei Kilometer vom Indischen Ozean entfernt. Die meisten Familien verbringen den Tag am Strand, mit Musik und Tanz. Gegen Abend fahren wir nach Hause – und feiern weiter.

Ein "kurzes" Weihnachten

An meinem ersten Heiligen Abend in Deutschland habe ich ein kleines Lied aus Kenia für die Familie gesungen – nur, insgesamt war das alles viel zu kurz! Um 23.00 Uhr war der Abend dann beendet, und dann war Schluss! Es war alles war viel zu kurz für mich. Am folgenden Tag, am 25. Dezember, bin ich dann in die Kirche ein Bad Godesberg gegangen – aber auch das war kurz, eine Stunde. Genau eine Stunde, mehr nicht. Alles ist kurz hier, ganz, ganz kurz.

Inzwischen feiern wir Weihnachten gemischt: ein bisschen kenianisch und ein bisschen mehr deutsch, auch in der Länge der Feierlichkeiten.

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