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Wissen & Umwelt

Meilenstein: Gemini-Rendezvous im Weltraum

Vor 50 Jahren ereignete sich ein ganz besonderes Zusammentreffen im All. Die beiden Raumschiffe Gemini 6 und 7 flogen haarscharf aneinander vorbei. Ein gewagtes Manöver, das die Raumfahrt veränderte.

Gemini 6 und Gemini 7 fliegen aneinander vorbei. Aufnahme aus dem Raumschiff (Foto: NASA).

Diese Schlagzeile schaffte es 1965 ganz oben auf die Titelseite der New York Times:

"TWO GEMINIS FLY 6 TO 10 FEET APART IN MAN'S FIRST SPACE RENDEVOUS; CREWS, FACE TO FACE; TALK BY RADIO"

Mit dieser

dreizeiligen Überschrift, einer Grafik der Flugbahnen und vier Porträts der Crew

blieb damit auf der ersten Seite nur sehr wenig Platz für andere Meldungen. Vollkommen berechtigt - denn dieses Manöver im All gilt bis heute als Meilenstein der Raumfahrt-Geschichte.

Die zwei Geminis, von denen hier die Rede ist, sind Gemini 6 und 7, was übersetzt das Sternzeichen Zwilling bedeutet. Jahrelang hatte die US-Raumfahrtbehörde NASA das Manöver geplant, etliche Male gab es Schwierigkeiten oder Pannen, die den Start verzögerten.

Anfang Dezember 1965 war es dann so weit: Gemini 7 startete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus ins All, elf Tage später folgte Gemini 6, ebenfalls von Florida aus.

Am 15. Dezember folgte dann, was die NYT als "spektakultäre Performance der Weltraumnavigation" bezeichnete: fünf Stunden und 19 Minuten lang umkreisten sich die beiden rund 3800 Kilogramm schweren Raumschiffe und näherten sich immer weiter an.

"Wir haben sie kommen sehen", erinnert sich Astronaut Lovell von der Gemini 7 später in einem Interview. "Sie kamen nachts. Wir hatten ein blinkendes Licht an und wir konnten sehen, wie ihre Triebwerke anfeuerten. Und dann hatten wir ein Rendevouz...."

Noch ein Rekord

Wenige Tage später sind alle vier Astronauten wieder sicher auf der Erde. Gemini 7-Kommandant Frank Borman und Pilot Jim Lovell waren 14 Tage im All gewesen - so lange wie vor ihnen noch kein anderer Mensch. Und es ging ihnen "besser als erwartet".

Ähnliche Manöver

Anfang der 60er Jahre hatten sich russische Raumschiffe bereits zweimal gewagt und sich im All auf nur wenige Kilometer angenähert. Allerdings nicht spontan gesteuert, sondern schon vor dem Start berechnet.

"Brücke zur Zukunft"

Die Missionen der Gemini-Astronauten bewiesen, dass Annäherungen von Raumschiffe im All möglich sind. Sie legten damit einen wichtigen Grundstein für das spätere Andocken. Außerdem brachten die Missionen auch viele Erkenntnisse über Landemanöver und einen längeren Aufenthalt von Astronauten im All.

Ohne all dieses Wissen hätte es zum Beispiel das erfolgreiche "Apollo"-Program und alle weiteren NASA-Missionen wohl nicht geben können, sagt Bob Granath vom Kennedy Space Center in Florida. "Wenn man ein halbes Jahrhundert zurückschaut, hat sich Gemini als Brücke zur Zukunft erwiesen."

hf/nm (dpa)

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