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Aktuell Afrika

"Meilenstein" für Somalias Regierung

Erstmals seit 22 Jahren haben die USA eine Regierung in Somalia anerkannt. US-Außenministerin Hillary Clinton gab dies bei einem Treffen mit dem somalischen Staatspräsidenten Hassan Sheikh Mohamud in Washington bekannt.

Der somalische Präsident Mohamud und US-Außenministerin Clinton geben sich die Hände (Foto: Getty Images)

USA Somalia Aussenministerin Clinton und Präsident Hassan Sheikh Mohamud

Die US-Regierung wolle einen "offenen und transparenten Dialog" über die Unterstützung der Somalier bei der Stabilisierung ihres Landes führen, sagte Außenministerin Hillary Clinton. Sie nannte die Anerkennung der Regierung in Mogadischu einen "Meilenstein". Mohamud sprach von einer "neuen Ära" der friedlichen Entwicklung. Sein Land wolle Instabilität und Extremismus hinter sich lassen.

Nach Angaben des Weißen Hauses sprach Mohamud auch kurz mit US-Präsident Barack Obama. Obama habe ihm zum Wahlsieg im September gratuliert und "beeindruckende" Verbesserungen im Bereich der Sicherheit und in der Politik gelobt.

Bürgerkrieg, Armut und Dürren

Nach dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 war Somalia im Bürgerkrieg versunken. Eine US-geführte Friedensmission sollte ab 1992 wieder für Stabilität sorgen, doch die Gewalt eskalierte. Als 1993 eine somalische Miliz in Mogadischu zwei Black-Hawk-Hubschrauber abschoss und 18 US-Soldaten tötete, zog der damalige US-Präsident Bill Clinton die Truppen wieder ab. Das ohnehin verarmte und von Dürren heimgesuchte Land am Horn von Afrika entwickelte sich zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und einem Hort von Piraten.

Ein US-Soldat steht 1992 auf einem Truck in den Straßen Mogadischus (Foto: Getty Images)

Somalia 1992: Ein US-Soldat sichert auf einem Truck die Lage in einer Straße von Mogadischu (Foto: Getty Images)

2012 gelang es einer Eingreiftruppe der Afrikanischen Union gemeinsam mit einheimischen Soldaten und äthiopischen Einheiten, die islamistische Shebab-Miliz zurückzudrängen. Die Islamisten seien aus der Hauptstadt Mogadischu und allen anderen großen Städten des Landes vertrieben worden, sagte Clinton. Allerdings beherrschen die Milizen noch immer große ländliche Gebiete im Zentrum und im Süden Somalias.

Die Wahl des politischen Neulings Mohamud hatte zuletzt Hoffnungen auf ein Ende des Bürgerkriegs beflügelt. Der Universitätsprofessor hatte zuvor für Friedens- und Entwicklungsorganisationen gearbeitet. Die Präsidentenwahl war der vorläufige Höhepunkt der Bemühungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, Somalia zu Stabilität und einem funktionierenden politischen System zu verhelfen. Im Mai soll die Entwicklung in Somalia im Zentrum einer internationalen Konferenz in London stehen.

kle/pg (afp, dapd, dpa)

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